| 17:16 Uhr

Hertha bleibt nach Nullnummer Mittelmaß

Herthas Davie Selke (l) kämpft gegen Werders Niklas Moisander um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen
Herthas Davie Selke (l) kämpft gegen Werders Niklas Moisander um den Ball. Foto: Carmen Jaspersen FOTO: Carmen Jaspersen
Berlin. Fabian Lustenberger von Hertha BSC muss nach seiner leichten Gehirnerschütterung eine Trainingspause einlegen und droht vorerst auszufallen. „Ob es drei Tage oder zehn Tage werden“, sei noch offen, sagte Berlins Coach Pal Dardai am Sonntag. Der Schweizer Defensivspieler Lustenberger hatte sich die Verletzung beim 0:0 in der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen durch einen Ellenbogenschlag von Thomas Delaney zugezogen. Mittelfeldspieler Arne Maier pausierte am Sonntag ebenfalls beim Auslaufen, der 19-Jährige hatte einen Schlag aufs Sprunggelenk bekommen. Von Andreas Krühler und Florian Lütticke, dpa

Die glückliche Nullnummer bei Werder Bremen hakte Pal Dardai rasch ab. „Das ist ein Spiel, das man schnell vergessen muss“, sagte der Coach von Hertha BSC am verregneten Sonntagmorgen über den mäßigen Auftritt seiner Berliner beim Abstiegskandidaten. „Punkt mitnehmen. Zu Null positiv, Thomas Kraft positiv, Jordan positiv“, zählte der Ungar die einzigen guten Erinnerungen auf. „Bei allen anderen war der Wille da.“

Bei Ersatzkeeper Kraft und vor allem beim eingewechselten Jordan Torunarigha durfte sich Hertha bedanken, dass es nicht doch die zweite Rückrunden-Niederlage setzte. Kurz vor der Linie rettete der 20-Jährige in der Nachspielzeit gegen Maximilian Eggestein zumindest noch das Unentschieden. „Ich habe einfach spekuliert, dass er aufs Tor schießt. Das war zum Glück die richtige Entscheidung“, sagte der Junioren-Nationalspieler.

Torunarigha war gegen Werder schneller gefragt als erwartet. Nach gut 20 Minuten traf Bremens Thomas Delaney Defensivspieler Fabian Lustenberger per Ellenbogen am Kopf. Der Schweizer musste mit einer leichten Gehirnerschütterung vom Platz, Torunarigha stand erstmals seit seiner Roten Karte beim 3:2 in Leipzig zum Hinrundenende wieder auf dem Platz. Trotz der geringen Vorbereitungszeit verrichtete der Defensivallrounder seinen Job souverän und erhielt von Dardai das Lob als „bester Mann“: „Er kommt rein, hat alles abgelaufen.“

Da Lustenberger zunächst eine Trainingspause einlegen muss, und damit wie der weiter verletzte Abwehrchef Karim Rekik für die Partie am Samstag gegen 1899 Hoffenheim auszufallen droht, darf sich Torunarigha Hoffnungen auf einen erneuten Bundesliga-Einsatz machen. „Wenn er die ganze Woche alles wunderbar macht, hat er eine Chance wieder reinzurutschen“, sagte Dardai.

Neben Lustenberger konnte auch Arne Maier am Sonntag nach einem Schlag aufs Sprunggelenk nicht trainieren. Zudem dämpfte Dardai die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr von U21-Europameister Mitchell Weiser. „Ich glaube, es dauert noch ein bisschen“, sagte der Coach. „Er hat muskuläre Probleme, ich will da keinen Zeitdruck machen.“

Im Sturm hat Dardai hingegen die volle Auswahl. Doch gegen Bremen konnten weder der frühere Werder-Profi Davie Selke noch Vedad Ibisevic ihre Torgefahr beweisen. Der Kapitän vergab kurz nach seiner Einwechslung freistehend die größte Chance zur Führung und die Möglichkeit, mit Hertha in die obere Tabellenhälfte zu springen. Dennoch wollte ihm Dardai „keinen Vorwurf machen. Schade, dass es der linke Fuß war. Er hat den Ball nicht gut getroffen, so ist das Leben.“

Und auch Selke konnte gegen seinen Ex-Club nicht zum entscheidenden Faktor werden. „Davie war irgendwie übermotiviert, er wollte unbedingt etwas extra zeigen“, analysierte Dardai. „Es ist nicht schlimm, aber er muss es lernen.“

Spielplan Hertha BSC

Kader Hertha BSC

Bundesliga-Tabelle

Hertha-Termine