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Herrmann: „widerlichstes politisches Theater“ um Obdachlose

Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/die Grünen). Foto: Gregor Fischer/Archiv
Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/die Grünen). Foto: Gregor Fischer/Archiv FOTO: Gregor Fischer
Berlin. In der Debatte um kampierende Obdachlose in Berlin hat die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), Kollegen aus anderen Innenstadtbezirken scharf angegriffen. „Im Moment werden Spielchen gespielt, das ist wirklich widerlichstes politisches Theater„, sagte Herrmann der Tageszeitung „Neues Deutschland“ (Samstag). dpa

Sie kritisierte unter anderem die Bezirksbürgermeister von Neukölln, Franziska Giffey (SPD), und Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), die sich in „einem Wettbewerb der Härte“ befänden. „Dieser martialische Diskurs hilft niemandem, außer vielleicht, dass man fünf rechte Wählerstimmen mehr kriegt.“

Herrmann forderte stattdessen, sich die verschiedenen Gruppen von Obdachlosen genau anzuschauen und Daten zu sammeln. Außerdem müsse man die Kältehilfe ausbauen. Grundsätzlich gelte aber: „Es ist jedoch nicht so, dass wir in Berlin nie wieder Obdachlose haben werden, nur weil wir jetzt eine Task Force eingerichtet haben. Wir werden immer ein Schmelztiegel von vielen verschiedenen sozialen und finanziellen Realitäten sein.“

Der Grünen-Bürgermeister von Dassel hatte Abschiebungen von bestimmten Gruppen von Obdachlosen gefordert. Giffey aus Neukölln hatte gesagt: „Wir können nicht hinnehmen, dass neue Zeltlager im Park mit 30 oder 40 Leuten entstehen. Die Antwort kann nicht sein: Lasst doch den armen Leuten ihren Schlafplatz.“