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| 10:23 Uhr

Razzien in Berlin und Brandenburg
Großeinsatz gegen mutmaßliche Schleuserbande: vier Festnahmen

Berlin: Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei stehen vor einem Haus an der Berliner Straße in Berlin-Reinickendorf. Bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche Schleuserbande haben Bundespolizisten in Berlin und Brandenburg vier Hauptverdächtige festgenommen.
Berlin: Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei stehen vor einem Haus an der Berliner Straße in Berlin-Reinickendorf. Bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche Schleuserbande haben Bundespolizisten in Berlin und Brandenburg vier Hauptverdächtige festgenommen. FOTO: dpa / Paul Zinken
Berlin. Etwa 200 Scheinehen soll die Schleuserbande arrangiert haben. Mal mit fingierten Ehepartnern, teils aber auch mit komplett gefälschten Heiratsurkunden.

Bei einem Großeinsatz gegen eine mutmaßliche Schleuserbande hat die Bundespolizei drei Männer und eine Frau festgenommen. Außerdem wurden am Dienstagmorgen 47 Wohnungen in drei Bundesländern durchsucht, wie ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. Vorgeworfen werde den Festgenommenen, in bislang etwa 200 ermittelten Fällen Scheinehen arrangiert zu haben. Sie seien die Hauptbeschuldigten in dem Verfahren.

Mehr als 570 Beamte waren an dem Einsatz gegen die mutmaßliche deutsch-serbische Bande beteiligt. Laut Bundespolizei erfolgte der Großeinsatz im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin. Der überwiegende Teil der durchsuchten Wohnungen befinde sich in Berlin, hieß es. Aber auch in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wurden Privatwohnungen durchsucht.

Die Festnahmen erfolgten am frühen Morgen in den Stadtteilen Reinickendorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf sowie dem brandenburgischen Teltow. Nach Angaben des Sprechers handelte es sich um eine zwei deutsche Männer im Alter von 51 und 63 Jahren, eine 51-jährige deutsche Frau und einen 40 Jahre alten Serben.

Weitere Wohnungen wurden in Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Neukölln, Spandau, Mitte und Tempelhof-Schöneberg durchsucht. Aber auch in Nordrhein-Westfalen seien Privatwohnungen durchsucht worden. „Wir erhoffen uns, bei den Durchsuchungen umfangreiche Beweismittel sicherzustellen“, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei.

Die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern laufen nach Angaben des Sprechers der Bundespolizei seit Oktober 2017. Durch die vorgetäuschten Eheschließungen hätten die Banden Menschen aus Pakistan, Nepal und Albanien einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen wollen. Bis zu 16 000 Euro sollen dafür jeweils gezahlt worden seien. „Das hat die Menschen teils auch in Abhängigkeiten gebracht“, so der Sprecher.

Für die Scheinehen sollen die Beschuldigten fingierte Ehepartner vorwiegend aus dem süd- und osteuropäischen Raum vermittelt haben. Teilweise seien Heiratsurkunden aber auch komplett gefälscht worden, so der Vorwurf. Wie die Behörden auf die mutmaßliche Bande aufmerksam wurde, wollte der Sprecher aus „ermittlungstechnischen Gründen“ nicht sagen.

(dpa)