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Größtes neues Flüchtlingsdorf bald mit ersten Bewohnern

Berlin. Nach monatelangen Verzögerungen können in Berlins größtes neues Containerdorf für Flüchtlinge bald Bewohner einziehen. Die ersten Bauabschnitte der Gemeinschaftsunterkunft am Columbiadamm in Tempelhof mit 650 Plätzen seien voraussichtlich Anfang Dezember bezugsfertig, teilte die Senatsverwaltung für Soziales und Integration am Mittwoch mit. Insgesamt sind an dem Standort sogenannte Tempohomes für 1124 Flüchtlinge geplant. dpa

Als Betreiber wurde den Angaben zufolge die Tamaja Berlin GmbH ausgewählt, die seit zwei Jahren bereits Flüchtlinge in benachbarten Hangars des früheren Flughafens Tempelhof betreut. Die derzeit noch 170 Menschen in dieser Notunterkunft sollen als erste in das neue Containerdorf ziehen. Dort können sie selber kochen und haben mehr Privatsphäre als bislang in den Hangars. Vor ihrem Einzug soll es am 3. Dezember einen Tag der offenen Tür geben.

Laut Sozialverwaltung leben in Berlin noch immer gut 5300 Flüchtlinge in Notquartieren, die eigentlich Kurzzeit- statt Dauerlösung sein sollten. Dazu gehören alte Fabrik-, Büro- oder Kasernengebäude. Um die Situation zu verbessern, setzt der Senat auf Tempohomes, die bis zu drei Jahre halten sollen, sowie auf Modulare Unterkünfte (MUF), die auf mehrere Jahrzehnte ausgelegt sind.

Aktuell gibt es 10 Tempohomes mit 3000 Plätzen, weitere 7 mit 2300 Plätzen sind in Planung. Von den perspektivisch bis zu 60 geplanten MUFs sind 8 mit 3000 Plätzen fertig und 20 mit 6500 Plätzen in Bau oder Planung. Auf dem regulären Berliner Wohnungsmarkt ist es sehr schwer, für Geflüchtete passende Bleiben zu finden.