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Gespräche über Untersuchungsausschuss zum Fall Amri

Bundestagsabgeordnete, Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin. Foto: Silas Stein/Archiv
Bundestagsabgeordnete, Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin. Foto: Silas Stein/Archiv FOTO: Silas Stein
Berlin. Ein Jahr nach dem Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt haben FDP und Grüne einen Untersuchungsausschuss im Bundestag gefordert, um die Versäumnisse der Behörden im Umgang mit dem Attentäter Anis Amri aufzuarbeiten. Sie bezogen sich damit auf einen offenen Brief, den die Familien der zwölf Todesopfer an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschickt hatten. dpa

Die sechs Fraktionen im Bundestag haben sich über einen möglichen Untersuchungsausschuss zum Fall des Berliner Attentäters Anis Amri ausgetauscht. „Wir begrüßen, dass es endlich auch Signale aus den anderen Fraktionen gibt, einen Untersuchungsausschuss Causa Amri einzusetzen“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, am Montag der Deutschen Presse-Agentur nach einem Treffen mit ihren Kollegen von Union, SPD, FDP, AfD und Linken.

Grüne und Linke fordern schon lange eine parlamentarische Untersuchung der Ermittlungsfehler rund um den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Zuletzt hatten sich auch Union, SPD und FDP dafür ausgesprochen. Auch die AfD ist dafür, das Geschehen im Bundestag zu durchleuchten, wie ein Parteisprecher am Montag bestätigte.

Untersuchungsausschüsse hatten bereits die Landesparlamente in Berlin und Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Der Tunesier Anis Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem gestohlenen Lastwagen in eine Menschenmenge auf einem Berliner Weihnachtsmarkt gerast und hatte zwölf Menschen getötet. Auf der Flucht war er in Italien von Polizisten erschossen worden.