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Geflüchtete Gefangene in andere Anstalten verlegt

Die Justizvollzugsanstalt Plötzensee. Foto: Stephanie Pilick/Archiv
Die Justizvollzugsanstalt Plötzensee. Foto: Stephanie Pilick/Archiv FOTO: Stephanie Pilick
Berlin. Nach dem Ausbruch von vier Strafgefangenen aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee und ihrer Rückkehr sind die Männer in andere Haftanstalten verlegt worden. Sie seien nun in den Gefängnissen Tegel und Heidering, sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie seien zuvor vernommen worden. Der erste Ausreißer, der sich stellte, habe gemeint, er habe wenig Anteil an dem Ausbruch. Er will das Loch in der Wand vorgefunden haben. „Wir können nicht alles für bare Münze nehmen“, so Behrendt. dpa

Die Vier hatten sich nach Weihnachten aus einem Nebenraum der Kfz-Werkstatt in der Anstalt mit Hammer und Flex über einen Lüftungsschacht den Weg nach draußen gebahnt. Drei stellten sich selbst, einer wurde festgenommen. Zudem verschwanden fünf Männer aus dem offenen Vollzug. Von ihnen fehlt noch einer. Die Fälle hatten den Justizsenator unter Druck gesetzt.

Behrendt berichtete, die Arbeit der externen Ermittlungskommission komme voran. Sie sucht nach Sicherheitslücken. Als eine Konsequenz seien in der Werkstatt Wandöffnungen zugemauert worden.

Gegen die vier Ausbrecher wurde laut Senator Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Gefangenenmeuterei gestellt. Die Flucht an sich - also der Drang nach Freiheit - ist nicht strafbar. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen unbekannt wegen möglicher Gefangenen-Befreiung. Gegen drei Bedienstete, die an dem Fluchttag die Aufsicht in der Werkstatt führten, seien Disziplinarverfahren eingeleitet worden.