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Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Ereignisse von 1938

Blick auf Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. Foto: Sophia Kembowski/Archiv
Blick auf Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. Foto: Sophia Kembowski/Archiv FOTO: Sophia Kembowski
Oranienburg. Acht Jahrzehnte danach erinnert die Gedenkstätte Sachsenhausen mit Ausstellungen, Vorträgen und einem Konzert an das Jahr 1938 in Deutschland. Zum Auftakt wird am Sonntag (14.00 Uhr) in der Gedenkstätte die Ausstellung „Der Weg in den Abgrund. Das Jahr 1938“ eröffnet, die zuvor im Berliner Dokumentationszentrum Topographie des Terrors zu sehen war. dpa

Auf 14 Schautafeln werden die entscheidenden Ereignisse dargestellt, die mit der Einlieferung von mehr als 6000 als „arbeitsscheu“ diffamierten Männern in das Konzentrationslager Sachsenhausen im Juni 1938 beginnen. Im Oktober folgt die Abschiebung Tausender polnischer Juden und am 9. November schließlich die Pogromnacht, als Schlägertrupps der SA und der NSDAP in ganz Deutschland vor aller Augen Juden misshandelten, Synagogen in Brand setzten und jüdische Geschäfte plünderten.

Dazu zeigt die Gedenkstätte Anfang November eine Sonderausstellung zum Schicksal der rund 27 000 jüdischen Männer, die nach den Ausschreitungen in Konzentrationslager verschleppt wurden. Die große Mehrheit von ihnen wurde nach einigen Wochen mit der Auflage entlassen, sofort aus Deutschland zu emigrieren. Die Ausstellung nimmt das Schicksal der Vertriebenen aus dem Blickwinkel von Kindern und Enkeln in den Blick, die in Filmen über die Auswirkungen des Jahres 1938 auf ihre Familien berichten.

Den Abschluss bildet am 18. November ein Kammerkonzert mit Lesung zur Pogromnacht in der Gedenkstätte. Unter dem Titel „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“, ein Zitat des Auschwitz-Überlebenden Primo Levi, soll auf die Vergangenheit und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland aufmerksam gemacht werden.