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Gedenken an Hatun Sürücü zum 13. Todestag

Ein Kranz liegt am Gedenkstein für Hatun Sürücü. Foto: Rainer Jensen/Archiv
Ein Kranz liegt am Gedenkstein für Hatun Sürücü. Foto: Rainer Jensen/Archiv FOTO: Rainer Jensen
Berlin. In Berlin wird am heutigen Mittwoch an Hatun Sürücü erinnert, die am 7. Februar 2005 von einem jüngeren Bruder erschossen wurde. Am Gedenkstein in der Oberlandstraße im Ortsteil Tempelhof gibt es um 14.00 Uhr ein Gedenken, wie die Organisation Terre des Femmes mitteilte. Auf dem Rathausvorplatz in Neukölln (16.45 Uhr) soll eine Fahne gegen Gewalt an Frauen gehisst werden. dpa

Der Mord vor 13 Jahren hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ein jüngerer Bruder erschoss die 23-jährige Deutsch-Türkin an einer Bushaltestelle, weil ihr westlicher Lebensstil vermeintlich die Ehre der Familie verletzte.

Der Täter wurde nach mehr als neun Jahren Jugendhaft in die Türkei abgeschoben. Ein Istanbuler Gericht sprach im Vorjahr zwei Brüder vom Vorwurf der Mittäterschaft frei.

Laut Terre des Femmes werden immer wieder minderjährige Mädchen zwangsverheiratet und seien bedroht, wenn sie selbstbestimmt leben wollten. Das neue Gesetz gegen Kinderehen in Deutschland sei noch zu wenig bekannt. Die Organisation habe dazu eine Informationsbroschüre erarbeitet.

Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg erklärte, der Name Hatun Sürücü stehe für das Recht von Mädchen und Frauen auf Selbstbestimmung. Sie müssten vor Gewalt geschützt werden. Dazu gehöre die Ächtung diskriminierender Wertvorstellungen.

In Berlin wird künftig eine Brücke in Neukölln nach der 23-Jährigen benannt. Dies sei eine Mahnung an Politik und Gesellschaft, so die Menschenrechtsorganisation.