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Gayle Tufts hat deutsche Fernsehgewohnheiten

Gayle Tufts steht auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Gayle Tufts steht auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Berlin. Die US-Kabarettistin Gayle Tufts (57) hat die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. „Nach 26 Jahren Steuern zahlen habe ich gedacht: Vielleicht ist das doch mein Lebensmittelpunkt hier“, sagte die Wahl-Berlinerin der Deutschen Presse-Agentur. Aber US-Präsident Donald Trump habe auch etwas damit zutun. dpa

„Ich habe realisiert, wie wichtig es ist, wenn man in einer Demokratie lebt, teilzunehmen.“ Das bedeute auch Wählen gehen zu dürfen. Beim deutschen Einbürgerungstest im September habe sie alle 33 Fragen richtig beantwortet, da sei sie „eine Streberin“ gewesen. Man lerne das ein bisschen wie für die Theorieprüfung beim Führerschein.

Was an Tufts deutsch ist? Früher habe sie es verrückt gemacht, wenn jemand etwa beim Warten am Bahnkartenautomat gesagt habe: „Immer mit der Ruhe“. Jetzt sage sie das selbst zu sich, wenn sie in den USA sei. Die 57-Jährige hat auch deutsche Fernsehgewohnheiten: Sie guckt am Sonntag „Lindenstraße“ und „Tiere suchen ein Zuhause“ - seit Jahren. Der „Tatort“ sei hingegen „ein bisschen zu brutal für mich am Ende des Wochenendes“.

Bei der Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft habe auch eine Rolle gespielt, dass ihre Mutter vor fünf, der Vater vor 30 Jahren gestorben sei. Tufts hat zwar Geschwister in den USA, ist dort aber nach eigenen Worten nicht allzu oft. „Wenn ich an die Rente denke, dann denke ich an Rügen oder Föhr.“ Sie sei glücklich und dankbar für ihr Leben in Deutschland - und begeistert von der Vielfalt des Landes.

Tufts ist geladen, am Donnerstag bei der Einbürgerungsfeier im Berliner Abgeordnetenhaus die Rede zu halten. Am 26. November feiert ihre Show „Very Christmas“ im Theater am Kurfürstendamm Premiere.

Theatershow Very Christmas