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„Frontal21“: IS-Kontakte in Anis Amris Handy gespeichert

Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv
Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv FOTO: Bernd von Jutrczenka
Düsseldorf/Berlin. Im beschlagnahmten Handy von Anis Amri haben sich Recherchen von „Frontal 21“ zufolge möglicherweise hinreichend Beweise für dessen rechtzeitige Festnahme befunden. Dort gespeicherte Nummern seien Mitgliedern der Terrormiliz IS zuzuordnen, berichtete das ZDF-Magazin am Dienstag. Für die Auswertung soll das Landeskriminalamt NRW zuständig gewesen sein. Ein Sprecher des NRW-Innenministeriums sagte am Dienstagabend, man prüfe die Informationen. dpa

Wären die Nummern rechtzeitig etwa vom BND überprüft worden, hätte Amri wegen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe verhaftet werden können, glaubt Hans-Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen), langjähriges Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages: „Dass Anis Amri von dort seine Anweisungen erwartete, erfüllt den Tatbestand der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und nicht nur eine mögliche Unterstützung“, sagte Ströbele dem Magazin.

Der Tunesier Anis Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem gestohlenen Lastwagen in eine Menschenmenge auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast und hatte zwölf Menschen getötet. Auf der Flucht war er in Italien von Polizisten erschossen worden.

Sein Handy war im Februar 2016 sichergestellt worden. Der Inhalt soll Ermittlern in Berlin, dem LKA NRW und dem BKA zur Verfügung gestanden haben. Die Sicherheitsbehörden hätten „entsprechende ausländische Telefonnummern durch den BND abklären können“, sagte Bruno Jost, Sonderermittler des Berliner Senats, dem Magazin. Das sei nach seinen Erkenntnissen aber „nicht geschehen“, was er für ein Versäumnis halte.