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Fast jeder fünfte Viertklässler kann nicht richtig lesen

Berlin/Schwerin. Fast jedes fünfte Kind in Deutschland kann beim Verlassen der Grundschule nicht richtig lesen. Im internationalen Vergleich ist Deutschland bei der Leseleistung der Grundschüler abgesunken. Das zeigt die am Dienstag in Berlin vorgestellte Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). Politiker zeigten sich alarmiert. In Mecklenburg-Vorpommern sagte die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: „Die Ergebnisse spiegeln den anhaltenden Zustand wider, der seit Jahren in unserem Land herrscht. Viel zu viele Kinder in der Grundschule können nicht oder kaum lesen und schreiben.“ Bei Vergleichsarbeiten liege stets ein Drittel der Kinder unter dem Regelstandard. dpa

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland kann beim Verlassen der Grundschule nicht richtig lesen. Im internationalen Vergleich ist Deutschland bei der Leseleistung der Grundschüler abgesunken. Das zeigt die am Dienstag in Berlin vorgestellte Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). Politiker zeigten sich alarmiert.

In Mecklenburg-Vorpommern sagte die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: „Die Ergebnisse spiegeln den anhaltenden Zustand wider, der seit Jahren in unserem Land herrscht. Viel zu viele Kinder in der Grundschule können nicht oder kaum lesen und schreiben.“ Bei Vergleichsarbeiten liege stets ist es ein Drittel der Kinder unter dem Regelstandard.

Der IGLU-Studie zufolge ist der Anteil der Viertklässler mit einer nur rudimentären Lesefähigkeit seit 2001 von 16,9 Prozent auf 18,9 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Die Betroffenen sind laut der Studie kaum in der Lage, Verständnisfragen zu einfachen Texten zu beantworten. Dabei könnten Deutschlands Viertklässler im Vergleich zum Jahr 2001 im Schnitt heute etwa gleich gut lesen. Während 2001 aber nur vier Staaten höhere Werte erzielten, waren es 2016 zwanzig.

Das Bildungsministerium in Schwerin schränkte ein, dass aus Mecklenburg-Vorpommern lediglich vier von 260 Grundschulen an der Studie teilgenommen hätten. Das sei eine sehr geringe Zahl.

Oldenburg sagte, eine zusätzliche Deutschstunde, wie es sie seit diesem Schuljahr in Mecklenburg-Vorpommern in der 1. und 2. Klasse gibt, reiche nicht aus. Erforderlich sei jeweils eine Wochenstunde zusätzlich in den Klassen 1 bis 4.

Der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marc Reinhardt, verwies ebenfalls auf den zusätzlichen Deutschunterricht in den ersten beiden Schuljahren. Damit sei ein erster, qualitätsorientierter Anfang gemacht. „Zusätzlich erarbeiten wir derzeit weitere Qualitätsmaßnahmen, um zum Beispiel eine engere Verzahnung zwischen Kitas und Grundschulen zu erreichen.“