| 08:19 Uhr

Fahrradunfälle: Minister will Pflicht bei Abbiegesystemen

Christian Schmidt (CSU) gibt eine Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Christian Schmidt (CSU) gibt eine Pressekonferenz. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Berlin/Potsdam. Nach den jüngsten tödlichen Unfällen zwischen Radfahrern und abbiegenden Lastwagen will die Bundesregierung laut einem Bericht der Funke Mediengruppe für mehr Sicherheit sorgen. „Wir setzen uns deshalb auf internationaler Ebene für den verpflichtenden Einbau von Abbiege-Assistenzsystemen ein, um die schwächeren Verkehrsteilnehmer, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, besser zu schützen“, sagte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) den Zeitungen der Gruppe (Samstag). dpa

Am Mittwoch war ein zehnjähriges Mädchen in Brandenburg/Havel auf ihrem Fahrrad von einem Kipper erfasst und getötet worden. Tags zuvor hatte ein Laster eine 52 Jahre alte Radfahrerin in Berlin-Schöneberg angefahren und tödlich verletzt. Beide Lkw waren im Begriff abzubiegen, als sich die Unfälle ereigneten.

Schmidt forderte dazu auf, die Umsetzung der deutschen Vorschläge nicht zu verzögern. Dem Zeitungsbericht zufolge kann die Bundesregierung den Einbau von Sicherheitssystemen nicht im Alleingang zur Pflicht machen. Auf europäischer Ebene gehe das vielmehr nur über die EU-Kommission. Lkw-Hersteller könnten laut Schmidt auch existierende Systeme freiwillig anbieten.

Sie stellen aus Sicht des Leiters Unfallforschung der Versicherungsunternehmen, Siegfried Brockmann, „das beste und zuverlässigste Mittel“ zur Unfallverhütung dar. „Jeder Lkw-Hersteller ist aufgefordert, einen solchen Assistenten zu entwickeln und anzubieten“, zitieren ihn die Funke-Zeitungen. Städte und Gemeinden wiederum sollten Unfallschwerpunkte umgestalten.