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Einbrecher 18 Jahre nach Tatserie zu Haftstrafe verurteilt

Der Schatten eines Mannes ist hinter einer gläsernen Wohnungstür zu sehen. Foto: Nicolas Armer/Archiv
Der Schatten eines Mannes ist hinter einer gläsernen Wohnungstür zu sehen. Foto: Nicolas Armer/Archiv FOTO: Nicolas Armer
Berlin. Rund 18 Jahre nach einer Einbruchserie in Berlin kommt ein Verdächtiger ab heute vor das Landgericht. Der 42-Jährige soll Ende 1999 zehn Mal in Wohnungen eingestiegen sein. Er habe vor allem Musikanlagen, Fernseher und Videorekorder gestohlen. Bei einigen Taten soll sich der Angeklagte mit unbekannten Mittätern Zutritt zu den Wohnungen verschafft haben. Der 42-Jährige muss sich außerdem wegen schweren Raubes verantworten. Im März 2000 soll er mit Komplizen einen Angestellten eines Zigarettengroßhandels angegriffen und verletzt haben, als der Mann gerade Firmengeld in einer Bankfiliale einzahlen wollte. Die Täter erbeuteten 45 000 Mark. Nach den mutmaßlichen Taten soll der Beschuldigte ins Ausland geflohen sein. dpa

Nach 18 Jahren ist ein Serien-Einbrecher in Berlin verurteilt worden. Das Landgericht verhängte eine Gesamtstrafe von sieben Jahren gegen den 42-Jährigen. In acht Fällen habe sich der Angeklagte des Einbruchdiebstahls schuldig gemacht, in zwei Fällen des Versuchs, begründete das Gericht am Freitag. In das Urteil wurde eine kürzlich in Neuruppin gegen den Mann verhängte Strafe von sechs Jahren Haft wegen zweier Raubüberfalle vor 17 Jahren einbezogen.

Der Angeklagte hatte zuvor gestanden. Er sei Ende 1999 mehrfach in Wohnungen eingestiegen, habe Elektrogeräte gestohlen und an Hehler verkauft, erklärte der 42-Jährige zu Prozessbeginn am Freitag. Den Erlös habe er genutzt, um seine damalige Drogensucht zu finanzieren. Er habe Musikanlagen, Fernseher oder Videorekorder gestohlen. An einigen Taten seien Komplizen beteiligt gewesen. „Wir sind spontan rein und nahmen, was wir fassen konnten“, erklärte der Angeklagte.

Der aus Rumänien stammende Mann war eigenen Angaben zufolge einige Monate nach der Tatserie in sein Heimatland zurückgekehrt. Dort und in Frankreich sei er in den folgenden Jahren wegen verschiedener Straftaten verurteilt worden. Im April 2017 sei er von Rumänien nach Deutschland ausgeliefert worden. An Tatorten in Berlin gesicherte Fingerabdrücke hatten bereits im Juni 2000 zu einem Haftbefehl gegen den inzwischen 42-Jährigen geführt. Zudem wurde er jahrelang nach Überfällen auf zwei Postbankfilialen in Brandenburg gesucht.