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Ehemaliges KZ Sachsenburg: Unterstützung aus Sachsenhausen

Ehemaliges KZ Sachsenburg soll Gedenkstätte werden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
Ehemaliges KZ Sachsenburg soll Gedenkstätte werden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv FOTO: Hendrik Schmidt
Frankenberg. Im Ringen um eine Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenburg bekommen die Initiatoren Unterstützung aus Brandenburg. Er sehe akuten Handlungsbedarf, sagte der Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen bei Oranienburg, Günter Morsch. „Mit großem Erschrecken“ habe er festgestellt, dass seit seinem letzten Besuch vor zehn Jahren kaum etwas passiert sei. „Im Gegenteil, die Gebäude verfallen noch weiter“, sagte der Politikwissenschaftler. dpa

Im Ringen um eine Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenburg bekommen die Initiatoren Unterstützung aus Brandenburg. Er sehe akuten Handlungsbedarf, sagte der Leiter der KZ-Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen bei Oranienburg, Günter Morsch. „Mit großem Erschrecken“ habe er festgestellt, dass seit seinem letzten Besuch vor zehn Jahren kaum etwas passiert sei. „Im Gegenteil, die Gebäude verfallen noch weiter“, sagte der Politikwissenschaftler. Morsch ist Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Morsch sowie 20 Mitglieder des Fördervereins der Gedenkstätte Sachsenhausen hatten am vergangenen Wochenende das frühere Konzentrationslager im sächsischen Frankenberg besucht. Während des Austausches seien ihnen mehrfach Unterstützung und Kooperationen angeboten worden, die sie gern annehmen würden, sagte Marko Neumann von der Initiative „Klick“, die gemeinsam mit den Mitgliedern der Lagerarbeitsgemeinschaft für eine Gedenkstätte kämpft. Gemeinsam mit dem Förderverein wolle man nun eine bundesweite Debatte zum Umgang mit dem Gelände anstoßen. Ein für den Donnerstagabend in Frankenberg geplantes Dialog-Forum zur Zukunft des KZ-Geländes und der Bauten musste aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt werden. Daran wollten unter anderen Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich, die Landtagsabgeordneten Claudia Maicher (Grüne) und Franz Sodann (Linke) sowie Bert Pampel von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten teilnehmen. Geplant ist, dafür einen neuen Termin im Januar zu finden.

Das KZ Sachsenburg wurde im April 1933 in der damaligen Spinnerei Textilia unterhalb des Schlosses Sachsenburg eingerichtet. Seine Schließung erfolgte offiziell am 9. Juli 1937. Am 9. September 1937 wurden die letzten Gefangenen abtransportiert.

National und international habe Sachsenburg eine historische Bedeutung als Bindeglied zwischen der ersten und zweiten Phase im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager, erklärten der Förderverein Sachsenhausen und die Initiative „Klick“ nach Gesprächen mit der Bildungsmanagerin der Stadt Frankenberg, Sandra Saborowski. So war der einstige Kommandant Karl Otto Koch (1897-1945) anschließend auch Kommandant der Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald.

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