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E-Mobilität zwingt Mitnetz zu intelligentem Netzausbau

Stromtrassen beim Umspannwerk Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt. Foto: Peter Gercke/Archiv
Stromtrassen beim Umspannwerk Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt. Foto: Peter Gercke/Archiv FOTO: Peter Gercke
Taucha. Der ostdeutsche Stromnetzbetreiber Mitnetz rüstet sich für die E-Mobilität. Weil bis zum Jahr 2030 bis zu sechs Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren sollen und zusätzliche elektrische Wärme- und Erzeugungsanlagen sowie Speicher ans Netz gingen, rechnet das Unternehmen bis 2050 mit 60 Millionen neuen Akteuren, die am Stromnetz hängen. „Dies stellt uns vor neue Aufgaben als Netzbetreiber“, sagte der technische Geschäftsführer der Mitnetz, Adolf Schweer, am Dienstag auf einer Pressekonferenz im sächsischen Taucha. dpa

Um einer möglichen Überlastung der Netze vorzubeugen, setzt die Tochtergesellschaft des in Chemnitz ansässigen Energieversorgers Enviam auf intelligente Lösungen. So werde für das Laden von E-Autos an sogenannten Phasenwählern geforscht. Weil so der Leistungsbedarf besser im Netz verteilte werden könne, ermögliche dies eine höhere Netzauslastung. „Ohne intelligentes Laden wäre der Netzausbaubedarf extrem hoch“, erklärte Schweer. Durch die neue Technik seien Einsparungen in Milliardenhöhe möglich.

Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen mit mehr als 30 Partnern wie Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen an rund 30 Forschungs- und Entwicklungsprojekten. „Ziel ist es, durch intelligente, steuerbare und flexible Netze die Investitionen in Kupfer und Stahl so weit wie möglich zu verringern“, sagte Schweer. Mitnetz betreut 74 000 Kilometer Stromleitungen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.