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| 19:13 Uhr

Berlin
Eingeschmuggelt oder über Mauern geworfen

 Der Mittelbau der Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit – „Vollständig drogenfreie Gefängnisse gibt es nirgendwo auf der Welt“, sagt Berlins für die JVAs zuständiger Justizsenator.
Der Mittelbau der Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit – „Vollständig drogenfreie Gefängnisse gibt es nirgendwo auf der Welt“, sagt Berlins für die JVAs zuständiger Justizsenator. FOTO: dpa / Marc Tirl
Berlin. Drogen gelangen in Berlin immer wieder in die Gefängnisse. Die Justiz kontrolliert zwar. Doch viel bleibt wohl unentdeckt. Von Jutta Schütz

In Berliner Gefängnissen sind im vergangenen Jahr knapp fünf Kilogramm Cannabis, Heroin und Kokain sichergestellt worden. Der größte Anteil entfiel auf Cannabis. „Die Funde zeigen den Erfolg unserer Kontrollen“, erklärte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) dazu. Zugleich sagte er: „Vollständig drogenfreie Gefängnisse gibt es nirgendwo auf der Welt.“ Anliegen sei aber, so viele verbotene Gegenstände wie auch eingeschmuggelte Handys zu finden. Kontrollen seien verstärkt worden.

Auch Spürhunde schnüffelten in Hafträumen nach verbotenen Drogen. Die Tiere kämen von der Hundestaffel der Berliner Polizei, hieß es. Die Zusammenarbeit habe sich bewährt. Die Justiz wolle keine eigenen Spürhunde anschaffen. Auch Suchhunde des Zolls würden in den Hauptstadt-Gefängnissen eingesetzt.

48 überraschende Kontrollen mit Hunden

2018 gab es laut Angaben 48 überraschende Kontrollen mit speziell ausgebildeten Hunden. Sie hätten aber nur wenig gefunden. Dazu erklärte der Senator, die Wirksamkeit der Einsätze mit Hunden sei nicht allein an den Funden zu bemessen. Es gebe keine Statistik über die Drogen, die bereits durch die Toilette gespült wurden, weil Gefangene Hunde vor einer Kontrolle in der Anstalt bemerkt hätten.

An der Tagesordnung seien auch Urin- und Speicheltests bei Gefangenen, hieß es. Wird Drogenkonsum nachgewiesen, gibt es Sanktionen. Rund ein Viertel der Gefangenen ist laut Justiz drogen- oder medikamentenabhängig.

2017 lag die sichergestellte Menge von Cannabis, Heroin und Kokain bei knapp 5,5 Kilogramm. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden von diesen drei Drogen rund 2,5 Kilogramm beschlagnahmt. Das meiste davon war Cannabis. Die größten Mengen wurden im Männer-Gefängnis Heidering eingezogen. Aber auch Rauschmittel wie das Opiat Tilidin und synthetisch hergestellte Substanzen wie Amphetamine wurden Gefangenen abgenommen.

 Der Mittelbau der Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit – „Vollständig drogenfreie Gefängnisse gibt es nirgendwo auf der Welt“, sagt Berlins für die JVAs zuständiger Justizsenator.
Der Mittelbau der Justizvollzugsanstalt in Berlin-Moabit – „Vollständig drogenfreie Gefängnisse gibt es nirgendwo auf der Welt“, sagt Berlins für die JVAs zuständiger Justizsenator. FOTO: dpa / Marc Tirl