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Dreieinhalb Jahre Haft für Raser nach Tod einer Frau

Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv
Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv FOTO: Armin Weigel
Berlin. Nach einem tödlichen Unfall an einer Straßenbahn-Haltestelle in Berlin-Friedrichshain ist ein 25-jähriger Autofahrer zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Weil er betrunken und viel zu schnell unterwegs war, habe der Angeklagte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und zwei an einer Haltestelle wartende Frauen erfasst, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Montag sein Urteil. Bei dem Unfall im Oktober 2017 starb eine 57 Jahre alte Frau noch vor Ort. Eine 28-jährige Geschädigte kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Der vorbestrafte Unfallfahrer wurde auch der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen. dpa

Weil er mit seinem Wagen betrunken in eine Tram- Haltestelle raste und dabei eine Frau tötete, muss ein Autofahrer für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 25-Jährigen am Montag unter anderem der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung, Trunkenheit am Steuer und Unfallflucht schuldig.

Bei dem Unfall am Abend des 13. Oktober 2017 war der Fahrer zu schnell unterwegs und verlor an der Haltestelle Klinikum Friedrichshain die Kontrolle über seinen Wagen. Der erfasste daraufhin, zwei Frauen, die dort nach der Arbeit auf die Bahn warteten. Eine 57 Jahre alte Frau wurde dabei tödlich verletzt.

Zuvor sei der Mann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern und in Schlangenlinien fahrend auf der Landsberger Allee unterwegs gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. „Mit immer noch 80 km/h krachte er in die Haltestelle.“

Während für die 57-jährige Frau jede Hilfe zu spät kam, überlebte eine 28-Jährige den Unfall. Sie kam mit schweren Verletzungen in das Krankenhaus, in dem sie damals gearbeitet hatte. Bis heute leide die Frau erheblich unter den Folgen der Verletzungen, so der Richter.

Der aus Lettland stammende Angeklagte, der wegen Verkehrsdelikten vorbestraft ist, hatte gestanden. Bei dem Fahrzeug habe es sich um einen stillgelegten Wagen mit gestohlenem Kennzeichen gehandelt, gab er zu. Er und sein Begleiter hätten erhebliche Mengen Alkohol getrunken und seien dann durch die Stadt gefahren.

Stunden vor dem Unfall sei er im Stadtteil Charlottenburg von der Polizei angehalten und wegen Trunkenheit am Steuer mit zur Wache genommen worden. Sie seien später erneut ins Auto gestiegen. Bei dem Bauhelfer waren nach dem tödlichen Unfall fast drei Promille Alkohol im Blut festgestellt worden. Passanten hatten ihn an der Flucht gehindert.

Neben der Gefängnisstrafe verhängte das Gericht auch eine fünfjährige Führerscheinsperre gegen den Angeklagten. Damit folgten die Richter im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin, die eine um zwei Monate geringere Gesamtstrafe beantragt hatte. Der Verteidiger plädierte auf eine Strafe von unter drei Jahren Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.