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„Drei Kugeln für Rudi Dutschke“: Ausstellung ist eröffnet

Ein Projektil des Attentats auf Rudi Dutschke wird in der Ausstellung gezeigt. Foto: Britta Pedersen
Ein Projektil des Attentats auf Rudi Dutschke wird in der Ausstellung gezeigt. Foto: Britta Pedersen FOTO: Britta Pedersen
Berlin. Die Berliner Polizei eröffnet heute eine kleine Sonderausstellung zu dem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke vor 50 Jahren. Gezeigt werden Teile der Ermittlungsakte und Fotos vom Tatort. Hinzu kommen damalige Zeitungsberichte und Flugblätter. dpa

Beweismaterial vom Tatort und Akten aus dem Fall Rudi Dutschke sind seit Montag in einer Ausstellung in Berlin zu sehen. Der Angriff auf den Wortführer der Studentenbewegung jährt sich am Mittwoch zum 50. Mal. Am 11. April 1968 schoss der 23 Jahre alte Anstreicher und Neonazi Josef Bachmann am Kurfürstendamm auf Dutschke. Dieser starb elf Jahre später bei einem epileptischen Anfall - eine Folge der schweren Kopfverletzungen.

Eines der Projektile, die bis 20. Juli in der Polizeihistorischen Sammlung Berlin gezeigt werden, ist ganz verformt, zerdrückt wie ein Zigarettenstummel. Es steckte in Dutschkes Kopf. Die Projektile und Teile der Ermittlungsakte sind die zentralen Stücke der Schau, die den Titel „Drei Kugeln für Rudi Dutschke“ trägt, wie das gleichnamige Lied von Wolf Biermann.

Gretchen Dutschke-Klotz, die Witwe des Aktivisten, beugt sich am Montag mit verschränkten Händen über die Vitrine, in der die Projektile liegen. Sie sieht die Patronen zum ersten Mal. „Ich hätte niemals gedacht, dass die Kugeln noch existieren“, sagt die 76-Jährige. „Es war eine komische Überraschung zu erfahren, dass es sie noch gibt.“

Sie ist gefasst, ruhig schaut sie sich die Fotos vom Tatort an, damalige Zeitungsberichte und Flugblätter. Die Witwe ist mit ihrem Sohn Hosea-Che, Tochter Polly-Nicole und deren Kindern zur Eröffnung gekommen. „Das alles zu sehen, war erst ein Schock“, sagt Dutschke-Klotz. „Aber das Attentat ist schon so lange her. Ich habe mittlerweile genug Distanz.“

Information der Polizei zur Ausstellung