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Berlin
Draußen kalt, drinnen Trübsal? Nee!

Auch gut an Berlin: Brandenburg ist drumherum. Und beispielsweise das Tropical Island in Brandt nicht sehr weit.
Auch gut an Berlin: Brandenburg ist drumherum. Und beispielsweise das Tropical Island in Brandt nicht sehr weit. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Berlin . Gerade in der Hauptstadt gibt es einige Gründe, den Januar trotz Kälte und Dunkelheit zu genießen. dpa

Januar. Draußen kalt, drinnen Trübsal? Den ersten Monat des Jahres finden viele Menschen schlimm: Keine Weihnachtsstimmung mehr, dicker Schädel von Silvester, erste gescheiterte Neujahrsvorsätze – und der Frühling ist noch weiter weg als der Karneval. Dabei ist der Januar gar nicht so schlimm wie sein Ruf. Gerade in der Hauptstadt gibt es einige Gründe, ihn trotz Kälte und Dunkelheit zu genießen.

Weniger Touristen, mehr Ruhe: Auch im Januar laufen natürlich Touristen durch die Hauptstadt - allerdings wesentlich weniger als im Sommer. Vielen ist es vermutlich zu kalt. Umso besser für die Bewohner: Die Schlangen vor den Museen sind kürzer, die vor den Clubs sowieso. Wer wartet schon bei Minusgraden drei Stunden auf das Kopfnicken eines Türstehers? Auch viele Expats sind in den ersten Januartagen noch in ihrer Heimat, die Cafés sind leerer, die Straßen auch. Zeit für einen Spaziergang - ganz in Ruhe.

Schlittschuhfahren statt Schwimmen im See: Rund um die Hauptstadt gibt es viele tolle Seen - und die machen nicht nur im Sommer Spaß. Wem Eisbaden zu kalt ist, kann immer noch drum herum spazieren. Oder gleich Schlittschuhlaufen gehen. In richtig kalten Wintern drehen die Menschen sogar Runden mitten in der Stadt auf dem zugefrorenen Landwehrkanal. Wenn das Wetter nicht mitspielt, gibt es immer noch zahlreiche Möglichkeiten: etwa die Eisbahn Lankwitz, die Eissporthalle Charlottenburg oder das Neuköllner Eisstadion.

Stundenlang im Café sitzen – mit gutem Gefühl: Mit Laptop, Zeitung oder den Freunden im Café versacken  – die Berliner können das ziemlich gut, und im Winter brauchen sie deswegen nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn es draußen so kalt ist, dass der Bus eh mal wieder nicht kommt, kann man auch einfach noch ein Stück Kuchen essen. Zum Beispiel bei „Katies Blue Cat“ in Neukölln. Hier gibt es Kuchen wie in Kanada: Peanutbutter-Pie. Wer es dagegen französisch mag, ist im Café „Fleury“ in Mitte richtig. Und wer japanische Einflüsse schätzt, findet ebenfalls so einige Cafés: etwa das „House of Small Wonder“ in Mitte oder das „Kame“ in Charlottenburg.

Im Nachtleben verstecken: Wer sitzt schon gerne in Bars, wenn es draußen 30 Grad hat? Eben. Der Winter ist die beste Jahreszeit, um sich im Berliner Nachtleben zu verstecken. Draußen türmen sich die Schneemassen, drinnen die Gläser am Tresen. Zum Beispiel im „Herr Lindemann“ in Rixdorf: Hier werden die Cocktails mit Heilkräutern gemixt – etwa der „Ziegenpeter“, ein Drink aus Rum und Ziegenkraut. Wem das zu experimentell ist, findet natürlich unzählige andere Bars in der Hauptstadt. Wann könnte man sie besser ausprobieren als in kalten Winternächten?

Brandenburg: Das Gute an Berlin: Drum herum liegt Brandenburg. Wem die Hauptstadt mal wieder zu hektisch wird, der kann ins Umland fliehen. Das klappt auch im Winter ganz zuverlässig. Das ohnehin schon nicht gerade überbevölkerte Bundesland wirkt dann noch ein bisschen verlassener. Und lädt zum Entspannen ein in eines der vielen Spas. In Bad Saarow etwa lockt die „Saarow-Therme“ direkt neben dem Scharmützelsee, in Neuruppin die „Fontane-Therme“, ebenfalls mit Seeblick. Wer es ein bisschen lauter braucht, der fährt einfach ins „Tropical Islands“ in Krausnick und wähnt sich an der Südsee - fast.

Vorfreude auf das, was kommt: Das Beste im Leben findet ja manchmal im Kopf statt. Die Vorfreude macht da keine Ausnahme. Wenn es draußen also kalt und grau ist, kann schon mal an das denken, was bald kommt, und in Berlin ist das jedes Jahr einiges: Fashion Week, Berlinale, Gallery Weekend, Feiern rund um den 1. Mai, Fanmeile zur Fußball-WM in Russland, Christopher Street Day, Berlin Marathon, Ifa, Bierfestival, Loolapalooza, Festival of Lights, JazzFest...

Hoffnung, dass es besser wird: Der Januar ist auch ein Monat der Hoffnung, alles liegt unberührt vor einem, alles scheint möglich. Vielleicht ja auch in der Hauptstadt? Vielleicht fährt die S-Bahn 2018 tatsächlich zu der Zeit, die auf der Anzeigetafel steht? Vielleicht lächelt einen der BVG-Fahrer 2018 mal an? Vielleicht gibt es sogar mal einen neuen Flughafen in der Hauptstadt? Niemals kann man wohl besser daran glauben als im ersten Monat des neuen Jahres. Ja, diesmal wird alles besser – oder?