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„Die sorbische Sprache lebt“: Auszeichnungen für Kommunen

Ein Ortsschild der Stadt Bautzen. Foto: Arno Burgi/Archiv
Ein Ortsschild der Stadt Bautzen. Foto: Arno Burgi/Archiv FOTO: Arno Burgi
Schleife. Im Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune - Die sorbische Sprache lebt“ stehen die Gewinner der dritten Auflage in Sachsen fest. Hoyerswerda errang den ersten Platz in der Kategorie „Stadt“. In der Kategorie „Sorbisches Kerngebiet“ ging der Siegerpreis nach Crostwitz (Kreis Bautzen). In der Kategorie „Zweisprachige Kommune„ setzte sich Lohsa (Kreis Bautzen) durch. Wie Maria Michalk, Vorsitzende des Rats für sorbische Angelegenheiten, am Freitag bei der Preisverleihung in Schleife sagte, beteiligten sich 14 der 42 Kommunen in der zweisprachigen Region im Freistaat an dem Wettbewerb. Von Miriam Schönbach, dpa

Ortsschilder in Deutsch und Sorbisch gehören in den Kreisen Bautzen und Görlitz zum Alltag wie Zweisprachigkeit in Schulen, Kindergärten, Geschäften - oder bei der Plauderei über den Gartenzaun im Städtedreieck Kamenz-Hoyerswerda-Bautzen. Dort begegnen dem aufmerksamen Beobachter zuweilen noch Frauen in den Trachten. „Aber es ist jede Mühe wert, die sorbische Sprache und Kultur zu pflegen und zu erhalten“, sagte Maria Michalk (CDU), Vorsitzende des Rats für sorbische Angelegenheiten in Sachsen bei der Preisverleihung zum Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune - Die sorbische Sprache lebt“ am Freitag in Schleife.

Dieser Wettbewerb ist für Michalk ein Signal für die Analyse und Belebung der Zweisprachigkeit in den Kommunen. Bei seiner dritten Auflage in Sachsen nahmen 14 der 42 Kommunen des zweisprachigen Territoriums teil. In der Kategorie „Stadt“ holte sich Hoyerswerda den ersten Platz. In der Kategorie „Sorbisches Kerngebiet“ ging der erste Preis nach Crostwitz (Kreis Bautzen), in der Kategorie „Zweisprachige Kommune„ hat sich Lohsa (Kreis Bautzen) gegen die Mitbewerber durchgesetzt. Die Erstplatzierten erhalten eine Prämie von 1000 Euro, die Zweit- und Drittplatzierten jeweils 500 und 250 Euro.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: „Viele Kommunen haben nicht teilgenommen. Wir wollen nicht müde werden, die schönen Seiten der Zweisprachigkeit herauszuarbeiten und gleichzeitig den Finger in die Wunde legen“, sagte Michalk. Kritik übte sie auch an Bautzen. Die „Hauptstadt der Sorben“ habe sich wie andere unbegründet gegen eine Beteiligung am freiwilligen Wettbewerb entschieden.

Dabei hätte sich seit der ersten Wettbewerbsrunde 2004/05 vieles in den Kommunen verändert. „Früher haben viele das Sorbische als Pflichtaufgabe wahrgenommen. Inzwischen machen viele mehr als sie müssen. Die Kommunen setzen sich immer mehr mit Zweisprachigkeit auseinander. Das ist der Schatz der Lausitz“, sagte die Ratsvorsitzende. Bewertet werden durch eine Jury die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen sowie freiwillige Initiativen zum Erhalt der sorbischen Sprache und Kultur in den Kommunen.

Die Sorben leben im Osten Sachsens und im Süden von Brandenburg, mit 60000 Angehörigen sind sie das kleinste slawische Volk Europas. In Deutschland sind sie eine anerkannte Minderheit. Die Ergebnisse für den gleichnamigen Wettbewerb in Brandenburg stehen noch nicht fest.

Stiftung für das sorbische Volk