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Buchhalterin veruntreut 1,4 Millionen Euro: Gefängnis

Vor dem Justizgebäude steht eine Satue der Göttin Justitia. Foto: Stefan Puchner/Archiv
Vor dem Justizgebäude steht eine Satue der Göttin Justitia. Foto: Stefan Puchner/Archiv FOTO: Stefan Puchner
Berlin. Eine Berliner Finanzbuchhalterin hat sich bei mehreren Arbeitgebern fast 1,4 Millionen Euro zugeschanzt. Sie wurde nun dafür zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das ergaunerte Geld habe sie beim Online-Roulette verzockt, hatte die Frau vor Gericht gesagt. Sie habe sich der Untreue und des Betrugs in 396 Fällen schuldig gemacht, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Montag. dpa

Fast fünf Jahre lang habe die Frau Geld ihrer Arbeitgeber auf eigene Konten überwiesen. „Sie hat klein angefangen und sich immer größere Beträge zugeschanzt.“ Die Angeklagte hatte gestanden und erklärt, sie sei in eine Spielsucht geraten.

Die Buchhalterin habe als Mitarbeiterin einer Rechtsanwaltskanzlei im Sommer 2012 erstmals Geld für sich abgezweigt, hieß es weiter im Urteil. „Sie hat sich dann ein durchaus ausgeklügeltes System mit vielen Bankkonten aufgebaut“, sagte der Vorsitzende Richter. Bis Ende 2014 hatte die Frau laut Ermittlungen die Anwaltskanzlei um knapp 900 000 Euro geschädigt.

Rund 500 000 Euro habe sie danach als Buchhalterin einer Sicherheitsfirma ergaunert. Bei einer zweiten Anwaltskanzlei sei sie schnell entdeckt worden. Beträge bis zu 15 000 Euro habe sich die Angeklagte überwiesen. „Nun steht die Angeklagte mit 1,4 Millionen Euro Schulden da“, sagte der Richter.

Das Gericht folgte mit der Entscheidung dem Antrag des Staatsanwalts. Die Verteidigerin hatte kein konkretes Strafmaß beantragt.