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Bronzeskulptur erinnert an Todesschüsse auf Burak B.

Blumen liegen in Berlin am Tatort einer Schießerei. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Blumen liegen in Berlin am Tatort einer Schießerei. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Sechs Jahre nach dem bisher nicht aufgeklärten Mord an dem 22 Jahre alten Burak B. in Berlin-Neukölln wird heute eine Gedenkskulptur aufgestellt. Die fast zwei Meter hohe Bronzefigur steht dann nahe dem Tatort an der Rudower Straße. Bezahlt wird die spiralförmige Skulptur von der „Initiative für die Aufklärung des Mordes“. Sie sammelte nach eigenen Angaben etwa 50 000 Euro Spenden. Aktuell erinnert dort eine Gedenktafel an den Mord. dpa

Im Gedenken an den vor sechs Jahren erschossenen Burak B. ist am Sonntag in Berlin-Neukölln eine Bronzeskulptur aufgestellt worden. Einige hundert Menschen kamen zum Standort nahe dem damaligen Tatort an der Rudower Straße. Die fast zwei Meter hohe Skulptur trägt den Namen „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“. Finanziert wurde das Denkmal von der Initiative für die Aufklärung des Mordes, die dafür rund 40 000 Euro Spenden gesammelt hatte.

Entworfen wurde die Skulptur von der inzwischen gestorbenen Künstlerin Zeynep Delibaltas. Sie schrieb als Erklärung zu ihrem Kunstwerk: „Ein Algorithmus zum Lösen von Fällen wie dem Mord an Burak ist noch nicht gefunden. Es braucht dafür die Veränderung von Ermittlungsmethoden, ein öffentliches Bewusstsein und den politischen Willen.“ Eine Gedenktafel und zwei Banner vor der Skulptur stellen die Frage nach einem möglichen rassistischen Motiv der Tat und verlangen von den Behörden Antworten.

Der 22-jährige Burak B. war am Abend des 5. Aprils 2012 von einem Unbekannten in Berlin-Neukölln erschossen worden. Der Täter schoss mehrmals auf eine Gruppe junger Männer, zu der auch das Opfer gehörte. Zwei weitere Männer wurden schwer verletzt. Der Mörder konnte bisher trotz intensiver Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht gefunden werden.

Die Initiative sowie Anwälte und Verwandte von Burak B. werfen der Polizei vor, nicht genug für die Aufklärung des Falles getan zuhaben. Rassistische und eventuell rechtsradikale Tatmotive seien zu wenig berücksichtigt worden. Bereits eine Stunde vor der Enthüllung des Denkmals war ein Demonstrationszug vom U-Bahnhof Rudow-Süd zum Aufstellungsort an der Rudower Straße gezogen.

Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak

Gedenkort für Burak

Konzept für die Skulptur