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Brandstiftung und Versicherungsbetrug: Fünf Jahre Gefängnis

Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv
Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/Archiv FOTO: Armin Weigel
Berlin. Nach einem Wohnungsbrand in Berlin-Spandau soll der damalige Mieter für fünf Jahre und einen Monat ins Gefängnis. Das Landgericht sprach den 48-Jährigen am Freitag der besonders schweren Brandstiftung, des Betrugs sowie der falschen Verdächtigung schuldig. Der Angeklagte habe Feuer gelegt, um über die Versicherung zu Geld zu kommen, begründete das Gericht und folgte damit der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Bei dem Brand im November 2016 waren Menschen nicht zu Schaden gekommen. dpa

Das Feuer war laut Ermittlungen im Schlafzimmer der im dritten Stock gelegenen Wohnung ausgebrochen. Der Mieter soll Kerzen angezündet, in einen Schrank gestellt und die Wohnung verlassen haben. Er habe den Verdacht später auf einen Nachbarn gelenkt, wahrheitswidrig eine „Brandlegung durch einen Einbrecher“ gemeldet und 3000 Euro als Vorwegzahlung von einer Versicherung kassiert, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Ermittler hätten aber keine Einbruchspuren entdeckt. Bei der ersten Begehung der Wohnung nach dem Brand habe der Mieter zudem sofort angeblich gestohlene Gegenstände aufgezählt.

Die Wohnung sei völlig verrußt gewesen, hatten Polizeibeamte im Prozess geschildert. Einsatzkräfte hätten auch drei tote Haustiere gefunden - einen Papagei, eine Katze und ein Meerschweinchen. Auf den Brand habe eine Anwohnerin aufmerksam gemacht, die Rauch bemerkt habe. Der Mieter sei nicht zu Hause gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.