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Bereitschaft zur Rückkehr ist hoch
Brandenburg sucht rückkehrwillige Ex-Einwohner

Potsdam. Brandenburg will Menschen, die nach der Wende wegzogen, wieder als Einwohner gewinnen. Dazu wurde eine Website freigeschaltet, auf der sich Initiativen und Vereine aus verschiedenen Landesteilen vernetzen. Interessierte Ex-Einwohner und Zuzügler finden dort Ansprechpartner, die ihnen den Umzug erleichtern sollen. Mit einer Postkarte, die Brandenburger an heute im Westen lebende Verwandte oder Freunde schicken sollen, wird für einen Umzug geworben. Darauf wird nach „entlaufenen Brandenburgern“ gesucht. dpa

Die Bereitschaft sei hoch, wieder in die Heimat zu kommen, sagte Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei, am Donnerstag in Potsdam. Die Arbeitslosigkeit sei gering, die Löhne entwickelten sich gut. Seit der Wende zogen etwa 300 000 Brandenburger weg, etwa 3000 kamen nach letzten Angaben (2015) zurück. Die Dunkelziffer sei hoch.

Viele interessierten sich mittlerweile für eine Rückkehr, sagte Falko Zurell, Vorstandsmitglied des Vereines „Zuhause in Brandenburg“ aus der Uckermark. Sie ziehe es aus familiären Gründen oder weil sie einen neuen Lebensmittelpunkt suchten wieder in die Region ihrer Kindheit und Jugend. In der Regel seien sie gut ausgebildet. Die gezielte Förderung von Rückwanderung sei zudem wichtig, um Fachkräfte zu sichern. Wichtig sei es, die Menschen herzlich willkommen zu heißen, sagte Sven Guntermann des Comeback-Vereins aus dem Landkreis Elbe-Elster.

Netzwerkmitglieder der Website helfen unkompliziert, wenn die Neu-Brandenburger in der Heimat Fuß fassen, sagt Koordinatorin Sandra Spletzer. Es gehe um Arbeitsplätze, Wohnraum oder Schulen und Kitaplätze für die Kinder. Das Land unterstützt die etwa 20 Initiativen, von denen bereits sieben im Netzwerk zusammenarbeiten, in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 200 000 Euro.

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