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Brandanschläge in Neukölln: Durchsuchungen in rechter Szene

Ein Blaulicht der Polizei. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Ein Blaulicht der Polizei. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv FOTO: Rolf Vennenbernd
Berlin. Erneut haben in Berlin-Neukölln vermutlich Rechtsextremisten einen Brandanschlag auf das Auto eines Buchhändlers verübt. Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag wurde gegen 2.40 Uhr in der Karl-Elsasser-Straße Alarm geschlagen, weil Rauch und Flammen aus einem abgestellten Wagen schlugen. Die Feuerwehr löschte den Brand, das Auto wurde aber komplett zerstört. dpa

Nach den Brandanschlägen auf die Autos eines Linke-Bezirkspolitikers und eines Buchhändlers in Neukölln hat die Polizei vier Wohnungen durchsucht. Die Durchsuchungen am Freitagabend in Neukölln hätten sich gegen zwei Verdächtige gerichtet, die der rechten Szene zuzurechnen seien, teilte die Polizei am Samstag mit. Dabei seien unter anderem Laptops, Speicherkarten, eine Kamera, Handys sowie schriftliche Unterlagen beschlagnahmt worden. Die Auswertung der Beweismittel dauerte am Samstag noch an.

Zu den beiden Verdächtigen im Alter von 32 und 35 Jahren wollte die Polizei am Samstag mit Verweis auf die Ermittlungen zunächst keine näheren Angaben machen. Ob die Polizei die beiden festgenommen hat, war daher zunächst unklar. An der richterlich angeordneten Durchsuchungsaktion waren etwa 60 Polizisten beteiligt. Gemeinsame Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Ermittlungsgruppe „Rechte Straftaten in Neukölln“ hatten die Fahnder auf die Spur der Verdächtigen gebracht.

In der Nacht zu Donnerstag waren das Auto des Linken-Politikers Ferat Kocak und das Auto eines Neuköllner Buchhändlers in Brand gesteckt worden. Der Buchhändler engagiert sich nach Angaben der Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) gegen Rechtspopulismus und Rassismus. Seit 2016 war es in Neukölln immer wieder zu Angriffen auf linke Einrichtungen und Personen gekommen.