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| 12:19 Uhr

Berlin
Bombe am Hauptbahnhof entschärft – RE2 fährt noch Umweg durch Berlin

Experten der Polizei bereiten die Bombe für die Entsperrung vor. Bei Bauarbeiten wurde eine Weltkriegsbombe entdeckt, die nun entschärft wird.
Experten der Polizei bereiten die Bombe für die Entsperrung vor. Bei Bauarbeiten wurde eine Weltkriegsbombe entdeckt, die nun entschärft wird. FOTO: --- / dpa
Berlin. Die geplante Entschärfung einer Weltkriegsbombe hat am Freitag einen Teil der Berliner Innenstadt lahmgelegt. Züge werden umgeleitet, auch der RE2 meidet den Hauptbahnhof. Um 13. Uhr meldete die Polizei: „Der Zünder wurde soeben kontrolliert gesprengt.“

Die Polizei richtete rund um den Fundort des Sprengkörpers in der Heidestraße eine Sicherheitszone mit einem Radius von 800 Metern ein. Der Hauptbahnhof war dicht. Fernzüge und S-Bahnen fuhren nicht mehr. Straßen rund um den Fundort der 500-Kilo-Bombe wurden komplett gesperrt. Etwa 10 000 Menschen mussten zur Sicherheit ihre Wohnungen verlassen. Die Bombe sollte am Mittag entschärft werden.

Die Evakuierung hatte um 9 Uhr begonnen. Sie war bislang nicht beendet. Derzeit bringe die Feuerwehr noch Kranke und gehbehinderte Menschen mit Krankentransportern aus ihren Wohnungen, so die Polizei. Sie war mit 300 Einsatzkräften vor Ort. „Erst wenn der Sperrkreis sicher leer und für die Entschärfer freigegeben ist, können sie mit der Arbeit beginnen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Beim Entfernen des Zünders könnte es einen detonationsartigen Knall geben, der auch noch am Hauptbahnhof zu hören sein könnte, sagte ein Polizeisprecher.

Polizisten fuhren mit Lautsprechenwagen durch die Straßen, an Türen und Wohnungstüren wurde geklopft und geklingelt. Aus einem Mietshaus barg die Feuerwehr mit einer Drehleiter einen Bettlägrigen durch ein Wohnungsfenster. Die Aktion laufe ruhig und „harmonisch“, sagte eine Polizeisprecherin. Per Twitter dankte die Polizei allen Reisenden und wünschte „hoffentlich bald eine gute Weiterfahrt“.

Betroffen waren neben dem ansonsten stark frequentierten Hauptbahnhof das Sozialgericht, das Bundeswirtschaftsministerium, der Bundesnachrichtendienst und ein Teil des Bundesverkehrsministeriums. Die Charité und das Bundeswehrkrankenhaus mussten ebenfalls teilweise geräumt werden. Das Museum für Gegenwartskunst im Hamburger Bahnhof bleibt den ganzen Tag geschlossen. Auch der Tiergartentunnel wurde laut Polizei um 9.00 Uhr für den Straßenverkehr gesperrt.

Etwa 300 000 Reisende und Besucher bewegen sich nach DB-Informationen täglich über den Hauptbahnhof. „Eine vergleichbare Situation in diesem Ausmaß hatten wir noch nicht“, sagte ein Bahnsprecher.

Auch die Mitarbeiter am Bahnhof mussten ihren Arbeitsplatz verlassen, ebenso etwa 1300 Angestellte der Deutschen Bahn.

Berlin war im Zweiten Weltkrieg immer wieder Ziel von Luftangriffen. Bei etwa 380 Bombenangriffen bis 1945 warfen Amerikaner, Briten und Russen Historikern zufolge mehr als 45 000 Tonnen Sprengstoff auf die Stadt ab. Vor allem bei Bauarbeiten kommen die Blindgänger wieder ans Licht. Nach Schätzungen der Senatsverwaltung für Umwelt liegen noch immer etwa 3000 Bomben, Granaten und Munitionsreste in Berlin unter der Erde.

(dpa/bob)