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Blicke auf Berlin und Brandenburg: Ausstellung im Landtag

Das Landtagsgebäude in Potsdam spiegelt sich in einer Pfütze. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
Das Landtagsgebäude in Potsdam spiegelt sich in einer Pfütze. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv FOTO: Ralf Hirschberger
Potsdam. Ein Strauß Gladiolen als Zeichen der Hoffnung vor der Berliner Mauer, eine Badestelle am Bötzsee mit Trabis, Menschen vom Berliner Kollwitzplatz oder der Spreewald: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zeigt erstmals fast seine gesamte Kunstsammlung im Brandenburger Landtag. Die Schau „Land, Stadt, Land - Blicke auf Berlin und Brandenburg“ mit 120 Werken von 86 ost- und westdeutschen Künstlern ist von diesem Mittwoch an bis zum 28. September auf den Fluren des Potsdamer Landtagsschlosses zu sehen. dpa

Auch 28 Jahre nach dem Mauerfall werde noch weit verbreitet Kunst aus West- und Ostdeutschland zu Unrecht insbesondere nach politischen Kriterien bewertet, schreibt der Kunstbeauftragte des rbb, Professor Rudolf Grosskopff, in seinem Vorwort zur Ausstellungsbroschüre. „Bei näherem Hinsehen zeigt sich denn auch, dass, mal abgesehen von der staatsfrommen DDR-Kunst, in Ost wie West eine ähnliche Vielfalt der Themen und Techniken, der Stile und Formate üblich war und ist.“ Eine ähnliche Sichtweise hatte auch das benachbarte Museum Barberini im vergangenen Herbst mit seiner Ausstellung „Hinter der Maske - Künstler in der DDR“ eingenommen.

Im Landtag zu sehen sind eher unspektakuläre Landschafts- und Stadtszenen aus Brandenburg und der Mauerstadt Berlin: Eine menschenleere Dorfstraße in der Uckermark, Kornfelder, abweisende Straßenschluchten oder ein Golfer vor dem einstigen Kulturhaus Tacheles. Das beschauliche Brandenburg und das immer unfertige Berlin lüden ja nicht unbedingt zum Malen ein, schreibt Großkopff. Erstaunlich sei daher, was die Künstlerinnen und Künstler den Gegebenheiten abgewinnen. „Da braucht es viel Einfühlung, Können und Liebe. Ja Liebe.“

Ausstellungsbroschüre