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Bewohner können zurück: Fliegerbombe entschärft

Einsatzkräfte der Feuerwehr werden in Oranienburg informiert. Foto: Julian Stähle
Einsatzkräfte der Feuerwehr werden in Oranienburg informiert. Foto: Julian Stähle FOTO: Julian Stähle
Oranienburg. Rund 12 000 Menschen in Oranienburg (Oberhavel) sind heute von der geplanten Entschärfung einer Weltkriegsbombe betroffen. Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger - eine US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg - war im November im Rahmen einer systematischen Suche an einem öffentlichen Weg entdeckt worden. Der Sprengkörper musste zunächst freigelegt werden. Nun räumen Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen unter anderem Wohngebäude, Kitas, Schulen sowie Stadt- und Kreisverwaltung. Bahn- und Schiffsverkehr werden zudem unterbrochen. Es gilt ein 900-Meter-Sperrkreis um den Fundort. dpa

Eine in Oranienburg entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft worden. Der Sperrkreis in der Innenstadt werde aufgehoben, teilte die Stadtverwaltung am Mittwochnachmittag mit. Damit konnte auch der Bahnverkehr durch Oranienburg wieder anlaufen.

Die Bombe mit chemischem Langzeitzünder war bei einer systematischen Suche in vier Metern Tiefe entdeckt worden. Diese Bomben gelten als sehr tückisch, weil sie noch lange nach dem Abwurf detonieren konnten. Der stark verkrustete Blindgänger musste seit Anfang Dezember erst mühsam freigelegt werden.

„Die Bomben werden immer empfindlicher und wir müssen sorgfältig arbeiten, um sie auf keinen Fall zu erschüttern“, sagte der Einsatzleiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, André Müller. „Wir arbeiten deshalb berührungsfrei, in diesem Fall in etwa 130 Meter Entfernung.“ Dabei werde das Reinigungs- und das Wasserschneidegerät direkt vor der Bombe platziert und ferngesteuert. Auch der scharfe Zünder konnte mit Hilfe des Wasserschneidegerätes herausgelöst werden.

Für die Entschärfung des 250 Kilogramm schweren Blindgängers hatten am Morgen rund 12 000 Menschen den Sperrkreis von 900 Metern um die Fundstelle verlassen müssen. Betroffene Anwohner konnten sich in eine Turnhalle, ein Kulturhaus oder auch in ein Erlebnisbad begeben, das mit verbilligten Preisen warb. Nach Einrichten des Sperrkreises wurden vereinzelt noch Personen in ihren Wohnungen angetroffen, die herausgeleitet wurden, wie die Sprecherin berichtete.

Damit wurden in Oranienburg seit der Wende 203 Bomben unschädlich gemacht. Etwa dieselbe Zahl wurde bereits in DDR-Zeiten entschärft. Mindestens weitere 250 Blindgänger sollen noch im Boden liegen. Oranienburg war einst Eisenbahnknotenpunkt und ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie. Daher wurden während des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten dort mehr als 10 000 Großbomben abgeworfen.

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