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Bewährungsstrafen für „Pillen-Bande“: Großverfahren beendet

Verschiedene Pillen und Tabletten liegen auf einem Teller. Foto: Matthias Hiekel/Archiv
Verschiedene Pillen und Tabletten liegen auf einem Teller. Foto: Matthias Hiekel/Archiv FOTO: Matthias Hiekel
Potsdam. Das Landgericht Potsdam hat vier Mitglieder der sogenannten Pillen-Bande zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und zehn Monaten und zwei Jahren verurteilt. Die Männer hatten gemeinsam mit zahlreichen bereits verurteilten Mittätern von 2008 bis 2011 über das Internet gefälschte Potenz- und Schlankheitsmittel vertrieben. Dabei erzielte die Bande einen Umsatz von rund 21,5 Millionen Euro. dpa

Das Landgericht Potsdam hat vier Mitglieder der sogenannten Pillen-Bande zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und zehn Monaten und zwei Jahren verurteilt. Die Männer hatten laut Urteil als Webmaster gemeinsam mit zahlreichen bereits verurteilten Mittätern von 2008 bis 2011 gefälschte Potenz- und Schlankheitsmittel über das Internet vertrieben. Dabei erzielte die Bande einen Umsatz von rund 21,5 Millionen Euro. Nach insgesamt sechs Verfahren gegen mehr als 20 Angeklagte sind die Prozesse um die „Pillen-Bande“ nun abgeschlossen.

„Es ging ihnen allen um das schnelle Geld“, sagte der Vorsitzende Richter Anreas Dielitz am Freitag in seiner Urteilsbegründung. Die Männer hätten mit dem illegalen Vertrieb Gewinne zwischen gut 100 000 Euro bis zu knapp einer halben Million Euro erzielt. Die Bande habe sich nachgeahmte oder teils auch gefälschte und wirkungslose Medikamente auf dem asiatischen Markt besorgt und über Internetportale wie „Männerapotheke“ oder „Pillendienst“ verkauft und versendet.

„Für die Kunden bedeutete dies ein immenses Gesundheitsrisiko“, betonte Dielitz. Dass die letzten vier Angeklagten nach insgesamt sechs Prozessen noch mit Bewährungsstrafen davon kamen, sei im Wesentlichen in der langen Verfahrensdauer und den späten Geständnissen der Angeklagten im aktuellen Verfahren begründet. Das Gericht hatte zunächst in mehreren Prozessen die sofort geständigen Mitglieder der Bande teils zu Haftstrafen verurteilt.

So war als Kopf der Bande ein damals 45-Jähriger im Mai 2015 zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Drei Webmaster erhielten damals jeweils zwei Jahre Haft. Ein weiterer Komplize kam mit einem Jahr Bewährungsstrafe davon. Zuvor hatte das Gericht bereits zwölf geständige Mitglieder der Bande zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt.

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