| 21:05 Uhr

Berliner Polizeischüler wegen Anlagebetrugs unter Verdacht

Polizeiauto auf dem Gelände der Polizeiakademie Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Polizeiauto auf dem Gelände der Polizeiakademie Berlin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. In der laufenden Diskussion um eventuelle Missstände an der Berliner Polizeiakademie ist ein Auszubildender bei Ermittlungen wegen Anlagebetrugs mit unter Verdacht geraten. Sein Kleiderspind in der Charlottenburger Chaussee und seine Wohnung seien neben anderen Geschäftsräumen und Wohnungen durchsucht worden, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Dienstrechtliche Sofortmaßnahmen würden geprüft. dpa

In einem Verfahren, das beim Amtsgericht Traunstein in Bayern geführt wird, geht es um Betrug mit angeblichen Aktien, die außerhalb der Börse gehandelt würden. Nach einem telefonischen Angebot hatte ein Mann mehrere tausend Euro für eine Geldanlage überwiesen und Zertifikate erhalten. Einen Börsengang des Unternehmens gab es aber nicht. Die Aktien spiegelten deshalb nach Polizeiangaben keinen Wert wieder. Als Hauptverdächtige gelten zwei Männer im Alter von 53 und 62 Jahren.

Seit längerem gibt es anonyme Vorwürfe gegen die Berliner Polizeiakademie, an der rund 1200 Schüler für den mittleren Dienst ausgebildet werden. Dort seien Polizeischüler mit Migrationshintergrund durch Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse aufgefallen. In einer Sondersitzung des Innenausschusses hatten sowohl die Polizeispitze als auch der Senator die Vorwürfe als nicht belegt zurückgewiesen. Polizeipräsident Klaus Kandt hatte eine Unterwanderung durch kriminelle Clans ausgeschlossen. Anfang Dezember will der Polizeipräsident einen umfassenden Bericht vorlegen. Die oppositionelle CDU-Fraktion war mit ihrer Forderung nach einem Sonderermittler gescheitert.