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Berliner Polizei unterstützt Kontrollen im Tiergarten

Zelte von Obdachlosen stehen in Berlin an einem Viadukt im Tiergarten. Foto: Paul Zinken/Archiv
Zelte von Obdachlosen stehen in Berlin an einem Viadukt im Tiergarten. Foto: Paul Zinken/Archiv FOTO: Paul Zinken
Berlin. Probleme mit zeltenden Obdachlosen, regelmäßiger Drogenhandel und Überfälle - im Berliner Tiergarten haben Polizei und Ordnungsämter mit verstärkter Präsenz begonnen. Die vom Senat vor zehn Tagen angekündigten Kontrollgänge liefen „zurzeit an Orten in und um den Tiergarten“, sagte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung. dpa

Die Absprache sei folgende: Der Bezirk Mitte gehe gegen Ordnungswidrigkeiten wie wildes Campen und Verschmutzung vor. Die Polizei werde zur Unterstützung gebeten, wenn das nötig sei, etwa bei Räumungen. Es gehe also um verstärkte Präsenz, aber nicht um gemeinsame Streifen. „Die Polizei ist daneben natürlich im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung im und um den Tiergarten herum im Einsatz“, erklärte der Sprecher.

Einen Einsatz von Polizei, Ordnungsamt und der Stadtreinigung BSR gab es am Donnerstag auch am Hansaplatz am Rande des Tiergartens. Dort ging es um größere Gruppen von aggressiven Trinkern, die den Platz zunehmend für sich besetzt hielten.

Eine Arbeitsgruppe aus den Senatsverwaltungen für Inneres, Justiz und Gesundheit, den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte sowie der Polizei hätte bereits am Freitag vor einer Woche getagt, sagte der Sprecher. Es sei auch vereinbart worden, „dass die Identitäten der Obdachlosen festgestellt werden sollen, um verlässliche Informationen über die Herkunftsländer der Menschen zu bekommen“. Bislang gebe es nur Vermutungen über die Staatsbürgerschaften.

Ein Problem ist nach Darstellung des Senats auch, dass sich im Tiergarten Jungen und männliche Jugendliche aus Rumänien prostituierten. Ihr genaue Zahl sei nicht bekannt, erstmalig seien im Mai acht von ihnen von Sozialarbeitern angesprochen worden, antwortete der Senat auf eine Anfrage der CDU. Der Senat verwies darauf, dass sich die homosexuellen Männer, die die Jugendlichen für Sex bezahlen, strafbar machten.

Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme mit Obdachlosen, die zu einem größeren Teil aus osteuropäischen Ländern nach Deutschland kamen und im Tiergarten und anderen Parks in Zelten lebten. Anfang September wurde eine 60-jährige Frau dort ermordet. Im Gefängnis sitzt jetzt als mutmaßlicher Täter ein 18-jähriger Russe.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), hatte etwas später geklagt, die Lage in dem großen Park gerate außer Kontrolle. Das Ordnungsamt sei wegen der aggressiven Obdachlosen überfordert. Dassel forderte, man müsse einen Teil der Menschen abschieben.