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Berlin lässt es zu Silvester krachen und sorgt vor

Besucher feiern in Berlin auf der Festmeile vor dem Brandenburger Tor. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Besucher feiern in Berlin auf der Festmeile vor dem Brandenburger Tor. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Berlin. Die größte Silvesterparty Deutschlands steigt auch in diesem Jahr in der Bundeshauptstadt. Zwischen Brandenburger Tor und „Goldelse“ werden Hunderttausende unter dem Motto „Welcome 2018“ bei wohl mildem aber feuchten Wetter das neue Jahr begrüßen. Neben dem minutenlangen Feuerwerk um Mitternacht soll ein Liveprogramm mit Acts wie der Spider Murphy Gang, Oli P, MICAR und Conchita die Partygäste erfreuen. Schon seit Mittwoch ist die Straße des 17. Juni gesperrt, seit Tagen laufen die Vorbereitungen. Von Christina Peters, dpa

Eine gute sechsstellige Summe gebe man allein für die Sicherheitsvorkehrungen aus, sagte Veranstaltungssprecherin Anja Marx der Deutschen Presse-Agentur. Neben dem Festgelände wird auch der umliegende Tiergarten mit doppelten Zäunen abgesperrt, rund 500 Ordner werden im Einsatz sein. Betonpoller sichern die Zufahrten, Koffer und Rucksäcke müssen draußen bleiben, Taschen werden durchsucht.

Erstmals gibt es einen Sicherheitsbereich - „Safety Area“ - für Frauen, wo für Krisen geschulte Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bereitstehen. An sie können sich Frauen wenden, die sexuell belästigt wurden oder sich unwohl fühlen. „Wir bieten es an, falls jemand den Bedarf haben sollte, sich zu unterhalten“, sagte Marx.

Die Belästigung von Frauen in Menschenmassen ist Thema, seit es vor zwei Jahren in Köln am Silvesterabend zu schweren Vorfällen kam. „Nein heißt Nein, und wenn der Täter sich dann nicht weghält, schreiten wir ein“, sagte Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Beim vergangenen Silvester habe es 14 Anzeigen wegen sexueller Straftaten gegeben, davon zwei wegen Vergewaltigung oder schwerer Nötigung.

Polizisten stehen in zwei mobilen Wachen in Containern auf dem Festgelände bereit, in der Menge werden Beamte in Uniform und Zivil unterwegs sein. Obwohl Raketen und Böller auf der Party strengstens untersagt sind, richtet auch die Feuerwehr zwei mobile Wachen an der Festmeile ein. An Unfallhilfsstellen warten 140 Sanitäter.

Auch im Rest der Stadt steigen dutzende Partys, zahlreiche Touristen werden erwartet. Insgesamt sind in Berlin nach Angaben der Polizei 1600 zusätzliche Beamte im Einsatz. Hundertschaften sollen an Orten, an denen das Silvesterfeuerwerk in denen vergangenen Jahren aggressive Ausmaße angenommen hat, für Ordnung sorgen. Auch die Feuerwehr sieht sich mit mehr als 1400 Haupt- und Ehrenamtlern gerüstet. Beim vergangenen Silvesterfest mussten Retter 1500 Mal ausrücken, darunter zu mehr als 400 Bränden.

Im Unfallkrankenhaus Berlin stehen 8 OP-Säle über Silvester und Neujahr bereit - 3 davon allein für die Chirurgen, die sich um schwerste Handverletzungen kümmern. Nach Angaben der Klinik landen dort jährlich etwa 50 Menschen mit Feuerwerksverletzungen, schweren Brandwunden oder sind derart verletzt, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden müssen. Insgesamt zählen Berlins Kliniken jährlich rund 500 Verletzte durch Böller und Raketen.

Auch ans Putzen nach der großen Party ist bereits gedacht. Noch bevor die Festmeile am Brandenburger Tor gegen 3.00 Uhr schließt, beginnt die Berliner Stadtreinigung (BSR) mit dem Aufräumen. Für den 1. Januar stehen nach Angaben der BSR rund 600 Beschäftigte und 150 Fahrzeuge bereit, um zunächst stark besuchte Orte wie Alexanderplatz, Kurfürstendamm und Hermannstraße zu reinigen. Für das Gelände der Partymeile sei man aber nicht zuständig, hieß es: Dort müssen die gewerblichen Veranstalter selbst räumen.

Silvester Berlin am Brandenburger Tor

Silvesterpartys in Berlin

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