| 14:57 Uhr

Berlin: Geflohener Häftling täuscht Wärter mit Attrappe

Justizvollzugsanstalt Tegel. Foto: Paul Zinken
Justizvollzugsanstalt Tegel. Foto: Paul Zinken FOTO: Paul Zinken
Berlin. Ein geflüchteter Insasse aus dem Berliner Gefängnis Tegel hat Bedienstete mit einer Attrappe in seinem Bett getäuscht. Er habe mit der Figur aus Kleidung, Toilettenpapier und Stoffresten unter der Bettdecke sowie einer Mütze bei der Zählung nach einer Freistunde den Eindruck erweckt, dass er dort liege. Wie Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Donnerstag weiter bekanntgab, wurde das Fehlen des Häftlings so erst am Morgen bemerkt, er sei aber höchstwahrscheinlich schon am Mittwoch geflohen. „Wir wissen nicht, auf welchem Weg.“ Es war die zehnte Flucht innerhalb von sechs Wochen. dpa

Die Justizverwaltung prüft jetzt, ob der 24-jährige aus Libyen mit einem Lastwagen entkam. Am Mittwoch hatte der Laster samt Anhänger Waren in die Anstalt gebracht. Der Fahrer des Wagens sei befragt worden, er sei nicht verdächtig. Der Gefangene war zu mehreren Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein vierjährige Haft wegen räuberischer Erpressung sollte bis September 2022 dauern.

Ob die erneute Flucht auf fehlende Bedienstete zurückgeht, blieb offen. Behrendt verwies aber auf die angespannte Situation. „Aufklärung steht im Vordergrund.“ Er werde dem Parlament Rede und Antwort stehen. „Alles andere wird sich dann zeigen.“