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| 10:56 Uhr

Tragödie auf dem Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz
Berlin erinnert an die Opfer des Terroranschlags von 2016

 Der Tag, der einen Riss hinterließ: Das Mahnmal, das an den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz erinnert. Am Mittwoch, den 19. Dezember 2018, jährt sich das Attentat zum zweiten Mal und es wird der Opfer gedacht.
Der Tag, der einen Riss hinterließ: Das Mahnmal, das an den Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt Breitscheidplatz erinnert. Am Mittwoch, den 19. Dezember 2018, jährt sich das Attentat zum zweiten Mal und es wird der Opfer gedacht. FOTO: dpa / Christoph Soeder
Berlin. Der goldene Riss im Boden ist im Trubel des Weihnachtsmarktes am Berliner Breitscheidplatz nicht immer gleich zu erkennen. Er ist das Zeichen für das, was dort vor zwei Jahren geschah. Zum Jahrestag rückt der Ort wieder stärker ins Bewusstsein.

Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche erinnern Politiker an die Opfer und Hinterbliebenen. Am Mittwochvormittag legt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) einen Kranz am Mahnmal auf dem Breitscheidplatz nieder. Begleitet wird er vom Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), dem Opferbeauftragten der Bundesregierung, Edgar Franke, und einigen Senatoren. Der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer, wird eine kurze Ansprache halten. Weitere Reden sind nicht geplant.

Am Abend findet um 18 Uhr die übliche kurze Andacht in der Kirche statt. Dabei geht es um den Anschlag vom 19. Dezember 2016. Um 20.02 Uhr, der Uhrzeit des Anschlags, gibt es Schweigeminuten und zwölf Glockenschläge der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Erinnerung an die zwölf Todesopfer. Der Opferbeauftragte Franke wird den ganzen Tag für Hinterbliebene und andere Betroffene als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz ist an dem Gedenktag geöffnet.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller hatte am Montag erklärt: „Noch immer ist die Wunde nicht verheilt, die dieser feige Anschlag gerissen hat.“ Auch nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg seien sich beide Städte einig, an ihrer toleranten und weltoffenen Lebensweise festzuhalten. Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche ist in diesem Jahr besonders gegen terroristische Angriffe geschützt. Die Zufahrten sind mit Gitterkörben voller Sandsäcke sowie Metallpollern versperrt.

Die Berliner Senatsinnenverwaltung lädt am Mittwoch ab 15 Uhr zu einem Fachsymposium. Dort soll diskutiert werden, wie die Gefährdung öffentlicher Orte frühzeitig erkannt werden kann. Dazu wird auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) erwartet.

Der Opferschutzbeauftragte Franke hatte berichtet, zu über der Hälfte der knapp 200 Opfer und Hinterbliebenen gebe es noch immer direkten oder indirekten Kontakt. Eine persönliche Betreuung sei enorm wichtig. „Es gibt noch viele Menschen, die finanzielle Sorgen haben oder die nur eingeschränkt arbeiten können. Oder die noch Unterstützung bei Anträgen brauchen.“ Da gehe es dann zum Beispiel um Gutachten für Dauerrenten. Oder darum, ob Menschen noch in der Lage seien, ihren Beruf auszuüben.

Menschen, die bei dem Anschlag verletzt wurden, sowie Angehörige von Toten erhielten bislang vom Staat insgesamt knapp vier Millionen Euro an Unterstützung und Opferentschädigung.

Zum ersten Jahrestag 2017 wurden Opfer und Hinterbliebene im Kanzleramt empfangen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) räumten Versäumnisse des Staates bei der Betreuung und Unterstützung der Angehörigen und Überlebenden ein. Das Mahnmal – ein knapp 17 Meter langer, goldener Riss im Boden – wurde öffentlich vorgestellt. Hunderte Menschen legten Blumen auf den Boden und stellten Kerzen auf.

Am 19. Dezember 2016 war der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. Insgesamt wurden bei dem Anschlag 12 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt, viele von ihnen schwer.

(dpa)