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Beauftragte für weitere Rekonstruktion von Stasi-Akten

Das Türschild der BStU. Foto: Michael Kappeler/Archiv
Das Türschild der BStU. Foto: Michael Kappeler/Archiv FOTO: Michael Kappeler
Berlin. Die Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen haben sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, die Rekonstruktion zerrissener Unterlagen voranzubringen. Das zum Zusammensetzen der Akten entwickelte Verfahren sollte weiter genutzt und der Scanner optimiert werden, hieß es am Mittwoch in der gemeinsamen Mitteilung der Landesbeauftragten. Die dafür vom Bundestag 2015 beschlossenen zwei Millionen Euro müssten freigegeben werden. Mit zusammengesetzten Papieren seien Erkenntnisse etwa über das Staatsdoping und Personen des öffentlichen Lebens gewonnen worden. „Dieser Weg sollte weiter beschritten werden.“ dpa

Noch immer liegen Millionen Schnipsel ungenutzt in Säcken. Das werde vorerst so bleiben, die massenhafte Rekonstruktion am Computer komme nicht weiter voran, hatte Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Das Projekt sei vorerst gestoppt. Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik habe eine leistungsfähige Software entwickelt, doch es gebe keine entsprechenden Scanner.

Vor zehn Jahren war das Vorhaben gestartet. Etwa sieben Millionen Euro wurden investiert. Erschlossen wurde der Inhalt von 23 Säcken, was 91 000 Seiten entspricht. Auch das Zusammenfügen von Stasi-Papieren per Hand im bayerischen Zirndorf wurde Ende 2015 beendet. Die von Stasi-Offizieren zerfetzten Papiere aus rund 15 500 Säcken sind noch nicht erschlossen.