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Bahn baut an bis zu 100 Stellen zugleich
Bahnreisende müsen mit Umwegen und längeren Fahrzeiten rechnen

Das Logo der Deutschen Bahn AG in Berlin am Potsdamer Platz. Foto: Gero Breloer/Archiv
Das Logo der Deutschen Bahn AG in Berlin am Potsdamer Platz. Foto: Gero Breloer/Archiv FOTO: Gero Breloer
Berlin. Bahn-Baustellen sind nötig, um das Schienennetz in Schuss zu halten. Fünf Großprojekte müssen die Fahrgäste in Berlin und Brandenburg in diesem Jahr verkraften. Das ist noch nicht alles. dpa

Bahn-Fahrgäste in Berlin und Brandenburg müssen in den nächsten Monaten mit Umwegen und längeren Fahrzeiten rechnen. In der Region sind gleichzeitig bis zu 100 Baustellen offen, wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte.

Vor allem fünf Großprojekte werden den Zugverkehr einschränken. Man konzentriere sich darauf, «dass unsere Bauvorhaben wie geplant umgesetzt werden und der Nutzen schnell wirksam wird», sagte der Bahn-Konzernbevollmächtigte für das Land Berlin, Alexander Kaczmarek. Um das zu schaffen, sollen in der Region 210 Ingenieure, Planer, Mechatroniker und Gleisbauer eingestellt werden. Es sollen dann 2165 Mitarbeiter in Bauberufen sein.

Am Bahnhof Schöneweide wird im April eine neue Bahnüberführung über den Sterndamm errichtet, bevor die Station ab August erneuert wird. Die S-Bahn-Strecken von Anhalter Bahnhof bis Wannsee und von Westkreuz bis Spandau bekommen eine neue Leit- und Sicherungstechnik. Am Karower Kreuz wird ebenso weiter gebaut, im Oktober soll dort die neue zweigleisige Fernbahnbrücke über den Berliner Außenring in Betrieb gehen.

Zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof soll bis November ein viertes S-Bahn-Gleis fertig sein. Außerdem ist in diesem Jahr der erste Spatenstich für die Regionalbahnstrecke vom Süden Berlins nach Blankenfelde geplant, die unter dem Namen Dresdner Bahn bekannt ist.

Abgesehen von den Großprojekten müssten an anderen Stellen Gleise, Weichen und andere wichtige Anlagen instand gehalten werden, erläuterte Kaczmarek. So werden in diesem Jahr 33 Bahnbrücken wieder in Schuss gebracht. Außerdem wird auf der Strecke Berlin-Frankfurt (Oder) der Abschnitt von Köpenick nach Erkner noch bis November ausgebaut. Zwischen Beelitz und Belzig werden von April bis Oktober Brücken saniert. Die Erneuerung des Cottbuser Bahnhofs dauert noch bis Dezember.

Bundesweit soll 2018 die Rekordsumme von 9,3 Milliarden Euro in das Schienennetz und die Modernisierung von Bahnhöfen fließen. Das sind nach Angaben der Bahn 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Ein Großteil des Geldes kommt vom Bund.