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Autoindustrie muss an Elektrobussen und E-Taxis arbeiten

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Foto: Britta Pedersen
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Foto: Britta Pedersen FOTO: Britta Pedersen
Berlin. Vor einem weiteren Treffen zur Dieselkrise bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich der Regierende Bürgermeister von Berlin unzufrieden gezeigt. „Die Dieselgipfel haben bisher nichts gebracht“, sagte Michael Müller dem „Handelsblatt“ zu den geplanten Maßnahmen für bessere Luft. „Wir haben vom Bund wenig Substantielles gehört, auch nicht, wie die versprochenen Fördermittel in die Länder und Kommunen gelangen sollen.“ Ihm sei nicht klar, wie so Fahrverbote verhindert werden sollten, fügte er hinzu. dpa

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat nach dem Dieseltreffen die deutsche Fahrzeugindustrie beim Bau von Elektrobussen in die Pflicht genommen. „Wir werden unsere Flotte umstellen“, sagte er am Dienstag nach den Gesprächen im Kanzleramt. Dazu erwarte man technische Lösungen. Es gebe bis heute auch kein Elektrotaxi deutscher Hersteller.

Das Treffen sei ein weiterer, guter Schritt gewesen - „nicht mehr und nicht weniger“, sagte Müller. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte mit Vertretern mehrerer Kommunen beraten, was gegen die Luftverschmutzung getan werden kann. In vielen Städten werden Grenzwerte beim Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide anhaltend überschritten. Es drohen daher gerichtlich erzwungene Diesel-Fahrverbote.

Die Bundesregierung will ein Milliarden-Programm für bessere Luft in Städten schnell umsetzen. Ab Mittwoch stünden den Kommunen Mittel zur Verfügung, sagte Merkel. „Lotsen“ sollen die Förderanträge von Kommunen betreuen - dies sei eine wichtige Maßnahme, sagte Müller. Nach dem Treffen äußerte aber auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) Kritik an deutschen Autobauern.

Berlin will 2018 erstmals in größerem Maßstab E-Busse kaufen. Bisher gibt es erst eine Handvoll solcher Fahrzeuge, im kommenden Jahr sollen 30 weitere hinzukommen. Bei der Anschaffung arbeitet die Stadt mit Hamburg zusammen. Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) hatte vor kurzem ebenfalls kritisiert, dass die deutsche Industrie hier „nichts zu bieten“ habe.

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