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| 16:08 Uhr

Eilsendung
Autodiebe schicken geklaute Teile per Post zurück

Bundespolizei stoppt Paketdienst mit gestohlenen Fahrzeugteilen
Bundespolizei stoppt Paketdienst mit gestohlenen Fahrzeugteilen FOTO: Bundespolizeidirektion Berlin
A15. Einen ungewöhnlichen Fund hat die Bundespolizei am Freitag auf der A15 gemacht. Im Wagen eines Paketdienstes fanden sie Autoteile, die offenbar aus geklauten Fahrzeugen stammten. Der Paketdienst sollte sie an neue Kunden in England liefern.

Gegen acht Uhr überprüfte eine Streife der Bundespolizei am Freitag bei Bademeusel den aus Polen kommenden Transporter. Der Fahrer des in Richtung Berlin fahrenden Paketdienstleisters hatte mehrere Sendungen geladen, die an Adressen in Großbritannien gerichtet waren. Auf Nachfrage gab er an, dass es sich bei der Fracht um verschiedene Fahrzeugteile handeln würde.

Bei der Kontrolle der überdimensionalen Pakete fanden die Beamten insgesamt drei Armaturenbretter, sechs Airbags, vier Gurtstraffer mit Gurtschloss sowie zehn Airbag-Abdeckplatten. das machte sie stutzig. Denn eigentlich müsste eine solche Fracht anders verpackt sein. „Airbags müssen aufgrund ihrer sprengstoffhaltigen Substanzen als Gefahrengut transportiert werden. Die geladenen Airbags waren hier lediglich in handelsüblichen Pappkartons verpackt“, so ein Polizeisprecher.

Fahndungsüberprüfungen ergaben, dass eines der Armaturenbretter sowie zwei Airbags aus einem BMW stammen, der im Februar in Großbritannien gestohlen wurde. Einen weiteren Airbag konnten die Beamten einem ebenfalls gestohlen BMW zuordnen. Offenbar haben die Diebesbanden aber ein neues Geschäftsmodell etabliert. Dass Autos nach dem Klau in Polen zerlegt werden, um dann in Einzelteilen weiterverkauft zu werden, ist nicht neu. Auch Versuche, die Teile dann über Plattformen im Internet zu verkaufen, gab es schon. Einen solchen Paketdienst auf der Autobahn hatte aber auch die Polizei noch nicht gesehen.

Die Bundespolizisten stellten die gesamte Fracht sicher und nahmen den 26-jährigen Fahrer sowie seinen 32-jährigen Begleiter vorläufig fest. Die beiden Polen müssen sich nun Strafverfahren wegen des Verdachts der Hehlerei sowie wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz stellen.

(bob)