| 10:40 Uhr

Aus Berlin entführter Vietnamese ab 8. Januar vor Gericht

Hanoi. Ein in Deutschland mutmaßlich entführter vietnamesischer Ex-Funktionär sowie weitere 21 ranghohe Ölmanager sind in dem südostasiatischen Land wegen Korruption und anderer Straftaten angeklagt worden. Das gab die Staatsanwaltschaft des kommunistischen Landes am Dienstag bekannt. dpa

Ein aus Deutschland mutmaßlich entführter vietnamesischer Ex-Parteifunktionär muss sich vom 8. Januar an in seiner Heimat vor Gericht wegen Korruption und anderer Straftaten verantworten. Diesen Termin nannte die kommunistische Parteizeitung „Nhan Dan“ am Mittwoch. Der Prozess gegen Trinh Xuan Thanh und weitere 21 Angeklagte soll dem Bericht zufolge zwei Wochen dauern. Bei einer Verurteilung droht Thanh im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

Die Staatsanwaltschaft des kommunistischen Landes in Südostasien hatte ihn und die anderen 21 Öl-Manager am Dienstag angeklagt. Dem im Juli aus Berlin verschwundenen und später in Vietnam in Haft aufgetauchten Thanh wird demnach unter anderem vorgeworfen, als früherer Chef der Staatsfirma PetroVietnam Construction (PVC) Staatsgelder in Millionenhöhe veruntreut sowie Schmiergelder kassiert zu haben.

Thanh war 2016 nach Deutschland geflohen, um einem Prozess zu entgehen. Einem weiteren Angeklagten, dem früheren Politbüromitglied Dinh La Thang, wirft die Anklage unter anderem vor, als Chef des staatlichen Ölkonzerns PetroVietnam (PVN), Aufträge an die Tochtergesellschaft PVC ohne Ausschreibung vergeben und damit gegen die Vorschriften verstoßen zu haben. Ihm droht eine Strafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis.