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Anklage gegen Günther Krause wegen Insolvenzverschleppung

Günther Krause (CDU) ist zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/ARchiv
Günther Krause (CDU) ist zu sehen. Foto: Bernd Wüstneck/ARchiv FOTO: Bernd Wüstneck
Potsdam. Nach der Pleite seines Unternehmens muss sich der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause möglicherweise vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam habe beim Amtsgericht Anklage wegen Insolvenzverschleppung erhoben, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag auf Anfrage. Nun muss das Amtsgericht über die Annahme der Anklage entscheiden. Die Unternehmensberatung von Krause war im Frühjahr 2016 in die Insolvenz gegangen. dpa

Nach der Pleite seines Unternehmens muss sich der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause möglicherweise vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam habe beim Amtsgericht Anklage wegen Insolvenzverschleppung, Bankrotts und Untreue erhoben, sagte Gerichtssprecher Wolfgang Peters am Freitag auf Anfrage. Nun muss das Amtsgericht über die Eröffnung des Prozesses entscheiden. Die Unternehmensberatung von Krause war im Frühjahr 2016 in die Insolvenz gegangen. Nach seinen Angaben war ihm damals wegen des Russland-Embargos ein Großauftrag weggebrochen.

Krause erklärte am Freitag, die Verbindlichkeiten der Firma summierten sich auf 820 000 Euro. „Ich werde gemeinsam mit meinem Anwalt nachweisen, dass genügend Kapital zur Deckung der Forderungen vorhanden ist“, sagte der 64-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Wir gehen davon aus, dass sich das Verfahren dann erledigt hat.“ Nach seinen Angaben wurden allein aus dem Verkauf von zwei Immobilien knapp 700 000 Euro erzielt. Zudem gebe es ein Kaufangebot für ein Aktienpaket in Höhe von mehr als 1 Million Euro.

Nach Angaben von Peters hatte Krause aber nie selbst einen Antrag auf Insolvenz für seine Firma Information-Beratung-Projektentwicklung GmbH (IBP) gestellt. Diese sei vielmehr von Gläubigern beantragt und das Insolvenzverfahren im Juni 2016 vom Amtsgericht eröffnet worden. Die Anklage werfe Krause zudem Untreue in 43 Fällen vor, weil er von Januar 2015 bis Juni 2016 Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung nicht gezahlt haben soll.

Krause hatte nach der Wende den Einheitsvertrag mitverhandelt und auch unterschrieben. Nach seinem Rücktritt als Bundesverkehrsminister der CDU im Jahr 1993 wegen mehrerer Affären hatte er sich aus der Politik zurückgezogen. Krause war bereits im Jahr 2007 nach dem Zusammenbruch seiner Firma Aufbau Invest wegen Betrugs, Insolvenzverschleppung und Bankrotts zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.