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5500 Metaller in Berlin streiken den ganzen Tag

Eine Fahne weht bei einem Warnstreik. Foto: S. Gollnow/Archiv
Eine Fahne weht bei einem Warnstreik. Foto: S. Gollnow/Archiv FOTO: Sebastian Gollnow
Berlin. Im Ringen um mehr Geld und Freizeit greift die IG Metall heute in Berlin zu einem neuen Mittel: Die Gewerkschaft ruft die Beschäftigten mehrerer großer Arbeitgeber zu einem 24-stündigen Warnstreik auf. Die Arbeit niederlegen sollen die Mitarbeiter im Mercedes-Benz-Werk in Marienfelde, bei BMW und beim Logistiker Schnellecke in Spandau, in den vier Standorten des Aufzugbauers Otis sowie bei den Verkehrstechnik-Unternehmen Thales und Siemens Mobility. dpa

Die 24-Stunden-Warnstreiks der IG Metall haben am Freitag Berlin erreicht. Rund 5500 Beschäftigte legten nach Angaben der Gewerkschaft die Arbeit nieder. Allein 2500 Metaller hätten das Mercedes-Benz-Werk in Marienfelde bestreikt und 2000 das BMW-Motorradwerk in Spandau, sagte der Berliner IG-Metall-Bevollmächtigte Klaus Abel der dpa. „Wir haben 100 Prozent Beteiligung. Alle drei Schichten bei Mercedes und BMW machen mit“, berichtete er. In Marienfelde und Spandau versammelten sich Streikende zu Kundgebungen.

Auch beim Logistiker Schnellecke in Spandau, in den vier Standorten des Aufzugbauers Otis sowie bei den Verkehrstechnik-Unternehmen Thales und Siemens Mobility hatte die IG Metall zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um den Forderungen im laufenden Tarifkonflikt Nachdruck zu verleihen. In diesen Betrieben seien zusammen etwa 1000 Beschäftigte in den Ausstand getreten, sagte Abel. Seit Mittwoch haben sich bundesweit Zehntausende Metaller an den 24-stündigen Streikaktionen beteiligt.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und das Recht für die Beschäftigten, die Wochenarbeitszeit zeitweise auf 28 Stunden zu senken. Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder und pflegende Familienangehörige sollen dabei einen Teillohnausgleich erhalten, den die Arbeitgeber bislang strikt ablehnen und für rechtswidrig halten.

In Ostdeutschland will die IG Metall die Arbeitgeber zudem verpflichten, über die Angleichung der Arbeitszeiten zwischen Ost und West zu verhandeln. In den Ost-Ländern gilt die 38-Stunden-Woche, im Westen sind es lediglich 35 Stunden.

Die Tarifverhandlungen gehen frühestens am Montag in Baden-Württemberg weiter. Die IG Metall dort hat den Arbeitgebern für Beginn kommender Woche eine Fortsetzung der Gespräche in Stuttgart angeboten. Zuvor müsse sich Südwestmetall aber noch deutlich bewegen, verlangte Bezirkschef Roman Zitzelsberger in Stuttgart.