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2200 Stellen für Bauingenieure nicht besetzt

Potsdam/Düsseldorf. In Berlin und Brandenburg fehlen 2200 Bauingenieure. Bundesweit waren im dritten Quartal 2017 mehr als 30 000 Stellen nicht besetzt. Das geht aus dem aktuellen Ingenieurmonitor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) hervor, wie der Verband am Freitag in Düsseldorf mitteilte. dpa

Der Mangel führe bundesweit dazu, dass viele Straßen- oder Brückenbaumaßnahmen ins Stocken gerieten oder gar nicht erst angepackt würden, sagte Verbandssprecher Marco Dadomo. Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt passten für Bauingenieure vielerorts nicht zusammen. Zudem seien Arbeitnehmer nicht immer bereit, für einen Job umzuziehen. Er forderte, die Abschlussquoten an den Universitäten zu erhöhen.

Im Brandenburger Verkehrsministerium sind nach Angaben der Behörde derzeit alle Stellen für Bauingenieure besetzt. Es sei aber zu beobachten, dass es auf dem freien Markt für Firmen manchmal schwierig sei, Mitarbeiter zu finden, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu. Deshalb sei es schwieriger geworden, Firmen zu finden, die Aufträge des Landes übernähmen. Bislang seien deswegen aber keine Bauprojekte verschoben worden.

Nach Angaben der brandenburgischen Ingenieurkammer in Potsdam wandern viele Mitarbeiter von privatwirtschaftlichen Ingenieurbüros in die öffentliche Verwaltung ab. Vor allem Büros in ländlichen Regionen hätten Schwierigkeiten, Nachwuchs zu gewinnen, sagte Kammerpräsident Matthias Krebs.

Mit einem Schülerwettbewerb und der Kampagne „Ingenieure treffen Schüler“ versuche die Kammer, Kinder und Jugendliche für den Ingenieursberuf zu interessieren. Technische Fächer an Schulen in Brandenburg dürften nicht gekürzt werden, so die Forderung der Kammer.