Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein neuer polnischer Amtskollege Witold Waszczykowski haben sich ausdrücklich zur deutsch-polnischen Freundschaft bekannt. "So gut wie heute waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen in der Vergangenheit nie", betonte Steinmeier am gestrigen Donnerstagabend bei Waszczykowskis Antrittsbesuch in Berlin. Die Partnerschaft zwischen beiden Ländern sei "ein Schatz, den wir gemeinsam auch weiter hüten wollen". Polens Außenminister versicherte ebenfalls, er sei gekommen, um die Freundschaft und die guten Beziehungen zu pflegen.

Polens neue nationalkonservative Regierung hat kurz nach ihrem Amtsantritt bereits für Irritationen gesorgt. So sieht sie sich offenbar nicht an die Zusage der Vorgängerregierung gebunden, 7000 Flüchtlinge in Polen aufzunehmen. Zu diesem umstrittenen Thema gab es es von Waszczykowski vor der Berliner Hauptstadtpresse allerdings keine konkreten Aussagen. Er äußerte lediglich die Hoffnung, dass er mit Steinmeier einen gemeinsamen Standpunkt erarbeiten könne.

Zuvor hatte Waszczykowski erklärt, er wolle Deutschland von einer stärkeren Nato-Präsenz in Mitteleuropa überzeugen. "Russlands drohendes und erpresserisches Verhalten ist eine Herausforderung gegenüber der gesamten Nato", sagte er Polens Nachrichtenagentur PAP. Dies müsse die Allianz mit einer stärkeren Militärpräsenz beantworten.

Das Dilemma sei, dass die Deutschen Moskau mit so einer Maßnahme nicht provozieren wollten, sagte der polnische Minister. Darüber wolle Polen diskutieren; bei der Art der Militärpräsenz sei Raum für Gespräche, sagte er.