Angesichts der Wirtschaftskrise vereinbarten beide Länder eine stärkere industriepolitische Zusammenarbeit.Der deutsch-französische Ministerrat stand ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20). In einer gemeinsamen Erklärung forderten beide Regierungen das Schaffen einer neuen Finanzarchitektur, die auf Marktkräfte setzte, jedoch Auswüchse verhindere und letztlich zu einer "globalen Steuerungsstruktur" führe.Merkel forderte, der beim G-20-Gipfel Mitte November in Washington verabschiedete Aktionsplan für die Finanzmärkte müsse nun umgesetzt werden. Paris und Berlin verträten bei diesem Thema "völlig identische Positionen". Sarkozy sprach mit Blick auf den G-20-Gipfel von einem "historischen Treffen". "Wir werden dort die gleichen Vorschläge verteidigen", fügte er hinzu.Angesichts der milliardenschweren Konjunkturprogramme der vergangenen Wochen und Monate bekannten sich beide Länder zur Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts der EU. "Gesunde öffentliche Finanzen bleiben von ausschlaggebender Bedeutung für die Glaubwürdigkeit und Stabilität in der Europäischen Union", hieß es in der Erklärung. Zudem wollen Deutschland und Frankreich in London auf einen "wirksamen Sanktionsmechanismus" für Steuerparadiese dringen. Damit sollten Länder vor Risiken geschützt werden, die von nicht kooperativen Staaten und Gebieten ausgehen, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Derweil zeigt der internationale Druck auf Steuerparadiese Wirkung. Liechtenstein und Andorra kündigten am Donnerstag ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit an. So will Liechtenstein sein Bankgeheimnis teilweise aufheben. Andorra bietet interessierten Staaten Abkommen über die Zusammenarbeit bei Steuerbetrug und Steuerhinterziehung an. AFP/dpa/das