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| 17:39 Uhr

Berlin ruft Riad und Teheran zu Deeskalation auf

epa05088639 Supporters of Rah-e-Haq religious party burn an effigy of Iran, Israel and US during a rally in favour of execution of Shiite cleric Nimr al-Nimr, in Peshawar, Pakistan, 05 January 2016. Saudi Arabia on 02 January came under blistering criticism from the region's Shiites shortly after it executed a top Shiite cleric known for his activism against the Sunni government. Nimr al-Nimr was among 47 people the Saudi government said it had executed earlier on 02 January after their convictions on terrorism-related charges. Iran, Saudi Arabia's regional Shiite rival, criticized al-Nimr's execution, saying it was politically and religiously motivated. EPA/ARSHAD ARBAB +++(c) dpa - Bildfunk+++
epa05088639 Supporters of Rah-e-Haq religious party burn an effigy of Iran, Israel and US during a rally in favour of execution of Shiite cleric Nimr al-Nimr, in Peshawar, Pakistan, 05 January 2016. Saudi Arabia on 02 January came under blistering criticism from the region's Shiites shortly after it executed a top Shiite cleric known for his activism against the Sunni government. Nimr al-Nimr was among 47 people the Saudi government said it had executed earlier on 02 January after their convictions on terrorism-related charges. Iran, Saudi Arabia's regional Shiite rival, criticized al-Nimr's execution, saying it was politically and religiously motivated. EPA/ARSHAD ARBAB +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: dpa
Riad/Teheran. Im Nahen Osten eskaliert der nächste Konflikt. International wächst die Sorge über mögliche Folgen des Streits zwischen den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. dpa

Im eskalierenden Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran haben mehrere Staaten die Erzrivalen zum Abbau ihrer Spannungen aufgerufen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mahnte am Dienstag, der Iran und Saudi-Arabien hätten eine „gemeinsame Verantwortung“ für eine Lösung der Konflikte im Nahen Osten. Auch die USA und die Türkei appellierten an Riad und Teheran, den Konflikt zu deeskalieren und Zurückhaltung walten zu lassen.

Irans Präsident Hassan Ruhani kritisierte zugleich die Entscheidung Saudi-Arabiens, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. Gleichzeitig signalisierte er Bereitschaft zu Gesprächen mit Riad. „Die eigenartige saudische Entscheidung, die Beziehungen abzubrechen, kann nicht die Enthauptung eines geistlichen Kritikers vertuschen“, sagte Ruhani am Dienstag. Dennoch glaube der Iran, dass diplomatische Verhandlungen die beste Option seien, Differenzen auszuräumen.

Auslöser der Eskalation zwischen dem sunnitischen Königreich und dem schiitischen Iran war die Hinrichtung von 47 Gefangenen in Saudi-Arabien am Samstag. Unter ihnen war ein bekannter oppositioneller schiitischer Geistlicher. Riads ohnehin angespanntes Verhältnis zum Nachbarland Iran verschlechterte sich danach rapide.

Demonstranten in Teheran stürmten die saudische Botschaft. Saudi-Arabien sowie seine Verbündeten Bahrain und Sudan beendeten aus Protest gegen die Übergriffe ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran. Wie die Vereinigten Arabischen Emirate rief am Dienstag auch Kuwait seinen Botschafter aus Teheran zurück.

Bahrain, die Emirate und Kuwait gehören zum Golfkooperationsrat (GCC), in dem Saudi-Arabien eine führende Rolle einnimmt. Der Zusammenschluss aus sechs Staaten - zu denen noch Katar und der Oman gehören - will sich am Samstag auf einem außerordentlichen Außenministertreffen mit dem Konflikt befassen. Der Iran warnte die drei arabischen Golfstaaten. „Dieses Abenteurertum wird diesen Staaten langfristig nur schaden“, sagte Mohammed Nahawandian, Stabschef im iranischen Präsidialamt.

Saudi-Arabien zeigte sich weiter kompromisslos. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair machte den Iran für die Eskalation verantwortlich. „Die Aggression und das Böse geht vom Iran aus, nicht vom (saudischen) Königreich“, sagte er in Riad. Teheran mische sich in die Angelegenheiten der Region ein. Der Iran unterstütze den Terrorismus und stifte zu Gewalt und Extremismus an.

Steinmeier telefonierte laut dem Auswärtigen Amt am Dienstag mit Al-Dschubair und dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Darin erklärte Steinmeier, beide Länder sollten alles tun, damit die jüngsten Spannungen die Friedensbemühungen für Syrien nicht gefährdeten. Der Iran unterstützt in dem Bürgerkriegsland das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Saudi-Arabien die Rebellen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, hatte zuvor erklärt, der Iran und Saudi-Arabien seien aufgerufen, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. „Es kann von allen Seiten mehr getan werden, um die Gräben zu überwinden“, sagte er in Washington. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ermahnte die Erzrivalen zur Mäßigung.