Fortschritte ließen sich nur erreichen, wenn man mit den Entführern ins Gespräch komme. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte klar, eine Lösegeldzahlung durch die Bundesregierung stehe "nicht zur Diskussion". Die irakische Führung sicherte Deutschland Unterstützung in dem Entführungsfall zu.
Nach den Worten Steinmeiers stehen die deutschen Behörden in ständigem Kontakt mit Polizeiorganisationen aus Ländern wie Frankreich und Italien, die in Entführungsfällen bereits erfolgreich gearbeitet hätten. Dabei gehe es vor allem darum, welche Gruppierungen im Irak angesprochen werden müssten, um in Kontakt zu den Entführern zu treten. Bislang seien bedauerlicherweise keine Fortschritte erzielt worden. Man werde bei allen Maßnahmen mit "Augenmaß und Sensibilität" vorgehen, um Leben und Gesundheit der Deutschen und ihres irakischen Fahrers nicht zu gefährden, sagte Steinmeier.
Iraks Präsident Dschalal Ta la ba ni kündigte unterdessen in Bagdad an, er wolle sich persönlich für die Befreiung der Deutschen einsetzen. "Wir wollen so schnell wie möglich herausfinden, wo sie sich aufhält, um sie aus der Gewalt der Extremisten zu befreien", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Mehrere Sicherheitsexperten gehen aber inzwischen davon aus, dass Osthoff und ihr Fahrer von gewöhnlichen Kriminellen und nicht von politisch motivierten Terroristen entführt worden sind.
Steinmeier sieht in dem der ARD zugespielten Videomaterial dagegen noch keine "belastbaren" Hinweise darauf, dass die Entführung einen kriminellen und keinen politischen oder religiösen Hintergrund hat. Dies sei zwar eine mögliche, aber keine belastbare Schlussfolgerung. Die Frage müsse deshalb noch offen gelassen werden.
Die mit dem Irak vertraute Archäologin Osthoff war vor einer Woche mit ihrem Fahrer zu einer Überlandfahrt aufgebrochen und von Unbekannten in der nördlichen Irak-Provinz Nineve verschleppt worden. Sie soll im Sommer bereits Drohungen von Terroristen erhalten haben. Nach Informationen des "Tagesspiegels" erhielten die Entführer möglicherweise Hinweise von Terrorsympathisanten in den irakischen Sicherheitskräften.
Osthoff habe den Behörden mitgeteilt, wann und wohin sie fahren wollte, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. (dpa/roe)