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| 01:03 Uhr

Berlin fordert verstärkte Vogelbeobachtung

Berlin.. Zur Abwehr der Vogelgrippe setzt die Bundesregierung auf eine stärkere Beobachtung von Zugvögeln und Geflügel.

Dies betreffe in Deutschland die zuständigen Bundesländer und im Ausland vor allem die von der gefährlichen Tierkrankheit befallenen Länder wie Rumänien und Russland sowie Afrika, sagte Verbraucherstaatssekretär Alexander Müller (Grüne) gestern in Berlin. Vor allem Afrika benötige beim Monitoring umfassende Hilfe der internationalen Geberkonferenz.
Von dort aus wird im Frühjahr ein massenhafter Rückzug von Zugvögeln nach Europa einsetzen, die Experten zufolge mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit das gefährliche Virus H5N1 mitbringen dürften. Es sei wichtig, jeweils vor Ort Schutzmaßnahmen zu ergreifen und befallene Tiere zu töten, damit eine weitere Ausbreitung nach Europa verhindert werde, erläuterte Müller.
Derweil will die Europäische Union wegen der Vogelgrippe alle Geflügelmärkte und -ausstellungen verbieten. Es seien nur streng reglementierte Ausnahmen möglich, kündigte Müller mit Verweis auf die EU-Kommission an.
Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) riet Verbrauchern in den 25 Mitgliedstaaten generell zum vorsichtigen Umgang mit ungekochtem Geflügelfleisch und rohen Eiern.
Indes steht fest, dass die in Rheinland-Pfalz tot aufgefundenen Graugänse alle nicht mit einem Influenza-A-Virus infiziert gewesen sind. Die vorläufigen positiven Ergebnisse hätten sich in weiteren Untersuchungen nicht bestätigt, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium in Mainz mit. Das eindeutig nachgewiesene Nagergift Phosphid sei eine "hinreichende Erklärung" für den Tod der Tiere.
Unterdessen bestätigte sich, dass es sich bei dem in Kroatien aufgetauchten Virus der Vogelgrippe um den auch für Menschen gefährlichen Subtyp H5N1 handelt. Dies sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. In Kroatien war das Virus bei sechs toten Schwänen in einem Teich 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb entdeckt wurden.
In China wurde ein weiterer Fall von Vogelgrippe bekannt. In der Provinz Hunan im Zentrum des Landes starben laut Landwirtschaftsministerium 545 Hühner und Enten an dem H5N1-Virus.
Die französischen Behörden haben erstmals auf der Insel Réunion im Indischen Ozean einen ernsten Verdacht auf Vogelgrippe bei Menschen gemeldet. Ein Mann sei nach seiner Rückkehr aus Thailand positiv auf das H5N1-Virus getestet worden, teilte die Inselpräfektur mit. Ein zweiter Test sei uneindeutig ausgefallen.
Europa ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute besser auf eine mögliche Grippe-Pandemie vorbereitet als vor einem halben Jahr.
46 der 52 eu- ropäischen WHO-Mitgliedsländer verfügten über einen nationalen Handlungsplan gegen mögliche Folgen der Vogelgrippe für Menschen, sagte WHO-Europachef Marc Danzon gestern in Kopenhagen zum Abschluss einer dreitägigen Tagung. Vor sechs Monaten habe die Zahl der nationalen Handlungspläne erst bei 31 gelegen.
(dpa/AFP/roe)