Rund 600 Betten sollten in Zelten innerhalb des großen Hangars 3 aufgestellt werden. „Mit genug Leuten kann man das an einem Tag schaffen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bereits am Wochenende sollen dort Flüchtlinge schlafen. In den vergangenen Tagen kamen jeweils viele Hundert neue Asylbewerber nach Berlin.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will aus Spekulationsgründen leerstehende Wohnungen im Notfall für Flüchtlinge beschlagnahmen. Allerdings halten selbst politische Unterstützer diesen Beschluss vom Mittwochabend für rechtlich und praktisch kaum umsetzbar.

Die Bezirksverordnetenversammlung hatte gegen die Stimmen der CDU einen entsprechenden Antrag beschlossen. Die Beschlagnahme soll als letztes Mittel gelten. Vorher soll versucht werden, mit den Eigentümern über eine Nutzung zu verhandeln. Im Blick hatten die Abgeordneten dabei leerstehende Wohnungen in der teuren Anlage „Riehmers Hofgarten“ in der Yorckstraße - direkt gegenüber dem Bezirksrathaus.

Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Franziska Giffey, warnte davor, bei der Integration von Flüchtlingen alte Fehler zu wiederholen. Flüchtlinge sollten nicht wie früher die Gastarbeiter in bestimmten Wohnblöcken und Stadtvierteln konzentriert werden, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Gastarbeiter seien unter sich geblieben und hätten gar keine Notwendigkeit gehabt, Deutsch zu lernen.

„Das ist die große Gefahr, wenn man jetzt riesige Flüchtlingsunterkünfte einrichtet, mit über 1000 Leuten. Reine Flüchtlingsschulen, reine Flüchtlingskurse, Flüchtlingsprojekte. Das ist nicht gut“, erklärte die Nachfolgerin des langjährigen Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky. Es könne in Brennpunktvierteln die Gefahr von Parallelgesellschaften und Integrationsprobleme geben. „Wofür wir streiten müssen, sind integrative Projekte. Beispielsweise beim Wohnungsbau: keine reinen Flüchtlingssiedlungen, sondern bezahlbarer Wohnraum für eine gemischte Bevölkerung.“