ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:41 Uhr

Bericht: Behörde will bis zu 90 Smolensk-Opfer exhumieren

Auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski kam bei dem Absturz ums Leben.
Auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski kam bei dem Absturz ums Leben. FOTO: dpa
Warschau. Für die neuen Ermittlungen der Flugzeugkatastrophe von Smolensk will die polnische Staatsanwaltschaft womöglich bis zu 90 Opfer exhumieren – auch gegen den Willen der Angehörigen. "Der Staatsanwalt führt die Ermittlungen, von ihm hängt die Entscheidung ab", sagte Marek Pasionek, Leiter der Ermittlungsgruppe, vor Kurzem dem polnischen Rundfunksender "Radio Zet". dpa/uf

Pasionek, Stellvertreter des Justizministers und Generalstaatsanwalts Zbigniew Ziobro, sah nach eigenen Angaben keine Möglichkeit. "Es gab viele Ungereimtheiten", sagte er. Bei dem Absturz eines polnischen Regierungsflugzeugs über dem russischen Smolensk waren am 10. April 2010 insgesamt 96 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski.

Wie "Radio Zet" weiter berichtete, wollen die Ermittler in der nächsten Zeit Gespräche mit den Opferfamilien führen. Sollten diese einer Exhumierung nicht zustimmen, liege die letzte Entscheidung bei den Ermittlern. Die nationalkonservative Regierung lässt neue Smolensk-Ermittlungen führen, da sie ein Unglück nach menschlichem Versagen anzweifelt.