LMBV-Geschäftsführer Prof.-Dr. Mahmut Kuyumcu und der Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung Michael Beier haben am Mittwoch eine Grundsatzvereinbarung im Natur-Erlebniszentrum Wanninchen am Schlabendorfer See unterzeichnet. Mit der Vereinbarung sollen vor allem die Maßnahmen gegen die Verockerung des Spreewaldes konkretisiert werden. "Durch den fortschreitenden Grundwasseranstieg tritt vermehrt saures, eisenhaltiges Grundwasser in die Vorflut ein und wirkt sich zunehmend auf die Wasserbeschaffenheit der Fließgewässer aus. Das führt zu einer sichtbaren Braunfärbung", erläutert LMBV-Pressesprecher Uwe Steinhuber am Rande der Unterzeichnung. "Wir als Projektträger müssen gegen diese Eisenbelastung vorgehen", so Steinhuber. Seit etwa zwei Monaten bekämpft beispielsweise das Kalkschiff "Barbara" am Schlabendorfer See saures, eisenhaltiges Wasser. Das Schiff soll den sauren pH-Wert des etwa 600 Hektar großen Sees von derzeit 2,9 auf neutrale 7,0 anheben.

Zur Umsetzung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen nimmt die LMBV neben eigenen Grundstücken auch private Grundstücksflächen, wie die der Heinz Sielmann Stiftung, in Anspruch. "Wir sind dabei, in Summe rund 100 000 Hektar bergbaulich beanspruchte Flächen wieder nutzbar zu machen", erläutert LMBV-Geschäftsführer Prof.-Dr. Mahmut Kuyumcu. Darunter fallen unter anderem etwa 50 Bergbaufolgeseen mit einer Gesamtfläche von 28 000 Hektar, aber auch Naturschutzflächen, wie man sie beispielsweise im Luckauer Becken zwischen Borcheltsbusch, Wanninchen am Schlabendorfer See und der Tornower Niederung vorfindet. Land, das die Stiftung von der LMBV gekauft hat. "Zwischen 2000 und 2002 fanden Flächenverkäufe an die Heinz Sielmann Stiftung statt", bestätigt Kuyumcu. 2010 und 2011 hat die LMBV auf den Lausitzer Innenkippen umfangreich sperren müssen, um die bergbaulich beanspruchten Areale einer entsprechenden Nachnutzung zuzuführen. Vor allem Landwirte und Naturschutzverbände wie die Heinz Sielmann Stiftung waren betroffen. "Bis heute sind unsere Vorhaben noch längst nicht abgeschlossen", so Kuyumcu. Hinzu kommen die seit 2012 vermehrt auftretenden diffusen Eintritte in die Spree, die es einzudämmen gilt, so die LMBV.

"Wir müssen Kompromisse schließen, werden die LMBV bei ihren Vorhaben aber naturschutzfachlich begleiten", betont Stiftungsvorstand Michael Beier. Er erwarte durch die Zusammenarbeit die Weiterentwicklung bisherigen Wissens und ein Arbeiten auf Augenhöhe. Beide Seiten planen künftig einen umfassenden Informationsaustausch.

Wie Kuyumcu bekräftigt, wird die Sielmann Stiftung den Bergbausanierer bei der Wasserüberleitung vom Schlabendorfer zum Lichtenauer See und bei der Neutralisation beider Seen unterstützen. "Die Sielmann Stiftung stellt uns Flächen für temporäre Absetzbecken oder Ablagerungen in den tiefen Stellen der Seen zur Sedimentation von Eisenhydroxid-Schlämmen bereit", sagt Kuyumcu. Beanspruchte Gebiete würden ordnungsgemäß wiederhergestellt und entstandene Schäden reguliert. "Wir prüfen auch ein Betretungsrecht für Mitarbeiter der Sielmann Stiftung auf gesperrten Flächen", sagt Unternehmenssprecher Uwe Steinhuber. Damit könnten Monitoring, Jagd und Landschaftspflege im Naturraum vorangetrieben werden.

Stephan Loge (SPD), Landrat von Dahme-Spreewald, bezeichnet den Abschluss der Vereinbarung als zukunftsorientiert. "Unser Landkreis ist gemeinsam mit der Stiftung gewachsen. Es ist gut, dass Flächeneigentümer und Bergbausanierer nun ihre Kräfte im Kampf gegen die verockerte Spree zur Wahrung der Tourismusregion bündeln", so Loge.

Zum Thema:
Die Heinz Sielmann Stiftung ist Eigentümerin von rund 3000 Hektar Naturschutzflächen im Bereich der ehemaligen Tagebaue Schlabendorf Nord und Süd (Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen). Die LMBV ist unter anderem verantwortlich für die ordnungsgemäße Beendigung der Bergaufsicht in den stillgelegten Braunkohlenbetrieben in Ostdeutschland. Die abgeschlossene Vereinbarung gilt vorerst bis Ende 2014.